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Eine außergewöhnliche Künstlerin: Käthe Kollwitz

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Eine außergewöhnliche Künstlerin: Käthe Kollwitz

Käthe wurde am 08. Juli 1867 in Königsberg, dem heutigen russischen Kaliningrad, geboren. Ihr Vater entdeckte das künstlerische Talent seiner Tochter und förderte es. So bekam Käthe ab ihrem 14. Lebensjahr Unterricht bei einem Maler und einem Kupferstecher. 1886 begann sie ihr Studium der Malerei in Berlin, später wechselte sie nach München. Mit ihren sozialkritischen Arbeiten wurde sie berühmt und das erste weibliche Mitglied der Akademie der Künste. Doch als 1933 die Nazis an die Macht kamen, wurden Käthe Kollwitz und ihre Kunst verboten. Eine schwere Zeit begann für die berühmte Künstlerin...


Fotografie von Käthe Kollwitz (DHM, Berlin, F66/2282)

Frühes künstlerisches Talent

Käthe wächst mit ihren Eltern in Königsberg auf. Ihr Vater, Carl Schmidt, arbeitete in der damaligen ostpreußischen Hauptstadt als Maurermeister und Prediger in der freien evangelischen Gemeinde. Schon früh zeigt sich das künstlerische Talent Käthe. Ihr Vater förderte seine Tochter - was in der damaligen Zeit durchaus nicht selbstverständlich war. So ging sie schließlich nach Berlin und München und studierte Malerei und Zeichnen.

Karl Kollwitz und die "soziale" Kunst

Sie lernt den angehenden Arzt Karl Kollwitz kennen und lieben. Karl ist Sozialdemokrat. Die beiden heiraten 1891 und Karl eröffnet seine Praxis im Berliner Arbeiterviertel Prenzlauerberg. Die beiden wohnen dort und Käthe widmet sich ihren Sozialstudien. Sie zeichnet Menschen in Cafés und Kneipen, auf Bänken, in Parks, in Ämtern oder am Hafen. Arme Alte, Arbeitslose, Mütter mit Kindern, Behinderte oder hungrige Kinder. Von der Malerei geht sie zu grafischen Arbeiten über doch ihre Themen bleiben gleich: Soziale Kritik und die vom Leben und der Gesellschaft Benachteiligten stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Im Mittelpunkt ihres privaten Lebens steht ihr erster Sohn Hans, der 1892 geboren wird.


Soziale Ungerechtigkeit als Thema der Kunst


Eine typische Zeichnung: "Brot", hungernde Kinder betteln bei ihrer Mutter um etwas zu essen. ( www.kollwitz.de, Käthe Kollwitz Museum, Köln)

Im Theater beeindruckt sie die Uraufführung von Gerhart Hauptmanns sozialkritischem Stück "Die Weber" so sehr, dass sie dazu über mehrere Jahre den druckgrafischen Zyklus "Ein Weberaufstand" gestaltet. Wie das Stück, setzen sich die Drucke mit der Hungerrevolte der schlesischen Weber auseinander. 1898 gelingt Käthe Kollwitz mit diesem Zyklus auf der "Großen Berliner Kunstausstellung" der künstlerische Durchbruch. Zwei Jahre zuvor kam ihr zweiter Sohn Peter zur Welt.

Hohe Anerkennung ihrer Kunst!

Die Kunstwelt ist überzeugt von ihren Fähigkeiten. So erhält sie einen Lehrauftrag an der Berliner Künstlerinnenschule für Radieren und Zeichnen. Ihre Arbeit erhält Auszeichnungen und wird in die berühmten Kupferstichsammlungen in Dresden und Berlin aufgenommen.

1901 wird Käthe Kollwitz Mitglied der Künstlergruppe "Berliner Secession", der sie bis 1913 angehört. Dieser Gruppe, die sich für das Alltägliche als Gegenstand der Kunst einsetzte, gehörten zunächst auch berühmte Maler wie Max Liebermann, Max Slevogt oder Heinrich Zille an. Außerdem beginnt sie, wiederum angeregt durch die Lektüre eines Buches, mit ihrem zweiten Zyklus "Bauernkrieg".


Ein berühmtes Plakat von Käthe Kollwitz: "Nie wieder Krieg" von 1924 (DHM, Berlin)

Eine Meinung vertreten - auch mit der Kunst

Mit ihren sozialkritischen Arbeiten machte sich Käthe Kollwitz als Künstlerin einen Namen, doch gerade die Regierung empfand ihre Kritik häufig als unnötig und ungehörig. Doch Käthe Kollwitz, die auch für die berühmte satirische Zeitschrift "Simplicissimus" zeichnete, benutzte ihre künstlerischen Fähigkeiten immer dazu, für die Arbeiter einzutreten und auf soziale Missstände hinzuweisen. Neben der Grafik und der Malerei entdeckt sie auch immer mehr die bildhauerische Plastik für sich.


"Pietà" von Käthe Kollwitz, eine Mutter beweint ihren toten Sohn... Auch ihren eigenen Schmerz drückte die Künstlerin immer in ihren Arbeiten aus. (www.kollwitz.de, Käthe Kollwitz Museum, Köln)

Tod, Krieg, Elend und künstlerischer Erfolg


1914 fällt Sohn Peter im 1. Weltkrieg für die Mutter ein zutiefst einschneidendes Erlebnis, das sie zur Pazifistin macht. Der Tod ihres Sohnes sowie die Erfahrungen des Krieges beeinflussen ihre darauf folgenden Arbeiten stark. Wie angesehen ihre Arbeit war, wird darin deutlich, dass sie 1919 als erste Frau zum Mitglied der "Preußischen Akademie der Künste" und zur Professorin ernannt wurde.

Käthe Kollwitz engagiert sich auch weiterhin künstlerisch für die Menschen in Not. Sie gestaltet Plakate, die an die Kriegsopfer erinnerten oder Hilfsplakate für hungernde Menschen in Russland. Für den Internationalen Gewerkschaftsbund macht sie Plakate für den Antikriegstag und für die Arbeiterhilfe zur Unterstützung hungernder Kinder.


Mit dieser E-Card gedenkt das Käthe Kollwitz Museum Köln der Künstlerin. (www.kollwitz.de, Käthe Kollwitz Museum, Köln)

Zu ihrem 60. Geburtstag wird die Künstlerin mit vielen großen Ausstellungen geehrt. Ihre künstlerische Laufbahn erlebt mit der Auszeichnung des hohen Ordens "Pour le merité" für Wissenschaften und Künste einen offiziellen Höhepunkt.

Das Ende - der Nationalsozialismus

Doch dann, 1933 kommen die Nationalsozialisten an die Macht und Käthe Kollwitz ist ihnen mit ihrer linken Gesinnung und ihrer Kunst - mit der sie gegen den Krieg Front macht -, ein Dorn im Auge. Als erstes wird die angesehene Künstlerin, die sich offen gegen die Nazis äußert, gezwungen, aus der Akademie der Künste auszutreten. Sie muss die Leitung ihrer Meisterklasse aufgeben und es wird verboten, ihre Bilder zu zeigen. Käthe Kollwitz arbeitet dennoch weiter und beendet ihre Grafikserie "Tod" sowie beeindruckende Skulpturen wie "Mutter mit zwei Kindern" oder "Pieta". Immer wieder wird sie von den Nationalsozialisten bedroht. So wird sie nach einem Interview, das abgedruckt wurde, von der Gestapo verhört. Dabei wird ihr auch das Konzentrationslager angedroht, sollte sie ihre Hitler feindlichen Äußerungen nicht unterlassen.

Schicksalsschläge

In dieser Zeit leidet Käthe Kollwitz nicht nur unter den politischen Umständen, sie muss auch schwere persönliche Schicksalsschläge einstecken. So stirbt ihr Freund und Künstlerkollege Ernst Barlach, 1940 verstirbt ihr Mann und 1942 fällt ihr ältester Enkel im Krieg. 1943 wird die Wohnung von Käthe Kollwitz in Berlin bei Luftangriffen komplett zerstört und sie muss Berlin verlassen. Auf Einladung des Prinzen von Sachsen geht die betagte Künstlerin nach Moritzburg. Dort stirbt sie am 22. April 1945, kurz vor Kriegsende.

Wenn ihr euch für die Werke und das außergewöhnliche Leben von Käthe Kollwitz interessiert:

Hier die Biografie im Deutschen Historischen Museum Berlin. Auch sehr zu empfehlen: die Seiten des Käthe Kollwitz Museums Köln sowie die des Käthe-Kollwitz-Museums Berlin.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt