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Wie lange können Krokodile ohne Nahrung auskommen?

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Wie lange können Krokodile ohne Nahrung auskommen?

Krokodile sehen ja wirklich gefährlich aus. Tierfilmer zeigen gern, wie die großen Reptilien ihre Beute verschlingen. Dabei können die Tiere auch ganz gut eine Weile aufs Fressen verzichten. Birgit aus Wien möchte wissen, wie lange Krokodile ohne Nahrung auskommen.

Wahre Hungerkünstler

Wochen oder Monate ohne Nahrung für Krokodile kein Problem. Leisten- und Nilkrokodile können sogar bis zu einem Jahr ohne Nahrung überleben. In dieser Zeit zehren die Tiere von den Fettreserven in ihrem Schwanz.

Grund für diese Genügsamkeit ist der regulierbare Stoffwechsel der Krokodile. In Perioden ohne Nahrungsaufnahme kann er extrem heruntergefahren werden: Der Puls eines Krokodils sinkt dann auf zwei Herzschläge in drei Minuten. Zum Vergleich: Bei einem gesunden Menschen beträgt die Herzschlagfrequenz in Ruhe 50 bis 100 Schläge pro Minute.

Die Fähigkeit, den Stoffwechsel auf ein Minimum abzusenken, ermöglicht es Krokodilen nicht nur, lange Hungerperioden zu überstehen. Sie hilft ihnen auch beim Tauchen und verschafft ihnen ein hohes Alter: Leisten- und Nilkrokodil, die beiden größten Arten, können über 70 Jahre alt werden.

Überlebensstrategie: wechselwarm

Dass sie so gut ohne Nahrung auskommen, verdanken Krokodile noch einer anderen Eigenschaft, die sie mit allen Reptilien gemeinsam haben: Sie sind wechselwarme Tiere.

Wechselwarme Tiere haben keine konstante Körpertemperatur wie zum Beispiel wir Menschen, sondern ihre Körpertemperatur passt sich der Umgebungstemperatur an. Im Vergleich zu den Warmblütern, zu denen Säugetiere und Vögel gehören, benötigen Reptilien deshalb viel weniger Energie.

Säugetiere zum Beispiel verbrauchen bis zu 80 Prozent ihrer Nahrung zur Wärmeerzeugung. Nur so können sie ihre gleichmäßig hohe Körpertemperatur von 36 bis 39 Grad Celsius aufrechterhalten.

Krokodile benötigen einen sehr viel geringeren Teil ihrer Nahrung, um lebenswichtige Körperfunktionen zu regulieren. Sie können daher viel mehr davon als Fettreserven speichern. In Hungerperioden zehren sie von den Fettreserven im Körper.

Anders als Warmblüter sind Krokodile aber auf eine entsprechend hohe Umgebungstemperatur angewiesen. Sie leben in den tropischen und subtropischen Feuchtgebieten Amerikas, Asiens, Afrikas und Australiens. Nur Alligatoren können kurzzeitig auch einmal Minustemperaturen vertragen.

Bei uns in Europa gab es vor langer Zeit auch einmal Krokodile, doch sie sind bereits vor Jahrmillionen ausgestorben.

-ed-, 15.03.12

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