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Pu Yi: Ein kindlicher Kaiser dankt ab

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Pu Yi: Ein kindlicher Kaiser dankt ab

Ein Knirps als Kaiser? Kaum zu glauben! Doch Chinas letzter Monarch war tatsächlich erst zwei Jahre alt, als er 1908 den Thron bestieg. Lange gedauert hat die Regentschaft des kleinen Pu Yi allerdings nicht. Schon nach drei Jahren übernahmen Revolutionäre das Ruder und riefen China im Dezember 1911 zur Republik aus. Am 12. Februar dankte der kleine Kaiser offiziell ab. Damit endete nicht nur die Herrschaft der mandschurischen Qing-Dynastie, sondern auch die 2000-jährige Geschichte des chinesischen Kaiserreiches.

                                  
Schon als Pu Yi seinem verstorbenen Onkel auf den Thron folgte, war die chinesische Monarchie nicht mehr zu retten. Doch das wollte die kaiserliche Familie nicht wahr haben.

"Sohn des Himmels" wurde der kindliche Kaiser genannt.

Trotz Reformbewegungen im ganzen Land krönte sie den Kleinen zum Kaiser und erzog ihn so, wie es sich für den "Sohn des Himmels" gehörte. Abgeschirmt von der Außenwelt war er das einzige Kind im gesamten Kaiserpalast. Mit sieben Jahren sah er zum ersten Mal Gleichaltrige.

Gefangen in der "Verbotenen Stadt"

Welche politischen Veränderungen in seinem Land vorgingen, bekam Pu Yi nicht mit. Er wurde in seinem Palast wie in einem Gefängnis gehalten, das er nicht verlassen durfte. Deshalb kannte der kleine Kaiser nur die Welt der "Verbotenen Stadt".

So nennt man die große Palastanlage in Peking, die den chinesischen Kaisern seit dem 15. Jahrhundert als Regierungssitz diente. Ihren Namen erhielt sie deshalb, weil der Zutritt für das Volk streng verboten war.

Monarchie am Boden

Selbst nachdem die Republik und die Abdankung des Kaisers verkündet worden waren, hielt sich Pu Yi weiter für den Herrscher von China. Was er nicht wusste: Er hatte keinerlei Macht mehr und blieb nur zum Schein im Amt, damit sich andere an ihm bereichern konnten. Erst nach dem gescheiterten Putschversuch einer kaisertreuen Militärregierung 1917 musste Pu Yi die Verbotene Stadt für immer verlassen.

"Marionette" der Japaner

Doch damit ist die aufregende Geschichte um den letzten Kaiser noch nicht zu Ende. Nachdem er längst ein Leben außerhalb des Palastes geführt hatte, boten ihm die Japaner 1931 die Regentschaft über die von ihnen besetzte Mandschurei an.

Pu Yi willigte ein, wurde aber von den Japanern wie eine Marionette für ihre Zwecke gelenkt. 1945 dann das Ende: Die Russen nahmen den Kaiser gefangen und lieferten ihn 1950 an China aus. Dort wurde er in ein kommunistisches "Umerziehungs"-Lager gesteckt und 1959 begnadigt. 1969 starb er als einfacher Gärtner.

Pu Yis Leben aufwendig verfilmt

Unter dem Titel "Ich war Kaiser von China" veröffentlichte Pu Yi noch fünf Jahre vor seinem Tod seine Memoiren. 1987 wurde das Buch aufwendig von Bernardo Bertolucci verfilmt. Er erhielt für sein Meisterwerk neun Oscars.

Text: Nic - 12.02.2002 / akt. 4.10.2012 / Fotos: PD

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