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Martin Niemöller - Theologe und Widerstandskämpfer

Berühmte Personen

Martin Niemöller - Theologe und Widerstandskämpfer

Martin Niemöller war eine Leitfigur des christlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Zusammen mit anderen Pastoren gründete er 1934 die "Bekennende Kirche" und wurde dafür von 1937 bis 1945 in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau interniert. Niemöller war Pazifist und einer der prominentesten Vertreter der bundesdeutschen Friedensbewegung in den 80er Jahren.

Martin Niemöller war ein scharfer Gegner des nationalsozialistische Regimes.

Am 14. Januar 1892 wird Martin Niemöller in Lippstadt/Westfalen als Sohn eines Pfarrers geboren. Er ist das zweite von sechs Kindern. Der gestickte Spruch über dem Webstuhl im Haus eines armen Hauswebers wird ihm zur Sinn- und Lebensfrage: Was würde Jesus dazu sagen?

Seine kaisertreue, deutsch-nationale Erziehung lässt ihn 1910 in die Kaiserliche Marine eintreten. Im Ersten Weltkrieg fährt er auf U-Booten und wird kurz vor Kriegsende 1918 noch U-Boot-Kommandant. Als Kommandant auf UC 67 gilt er bei den Engländern als "der Schrecken von Malta".


Streitbarer Pfarrer

1919 tritt er aus der Armee aus und beginnt in Münster ein Theologiestudium. 1924 wird Niemöller als protestantischer Geistlicher ordiniert. Im gleichen Jahr wird er in Westfalen Geschäftsführer der Inneren Mission.

1931 arbeitete er als Pfarrer in Berlin-Dahlem. Aus seiner nationalen Erziehung heraus, unterstützt er zunächst die NSDAP. Da er Gewalt ablehnt gerät er bald mit der Partei in Konflikt.

Niemöllers Mitgliedsausweis der Bekennenden Kirche.



1933 will er einen Pfarrernotbund gründen, der sich gegen die Ausgrenzung der Christen jüdischer Herkunft wehren soll. Der sogenannte Arier-Paragraph ist ihm ein Dorn im Auge. Zusammen mit anderen Pastoren gründet er 1934 die "Bekennende Kirche". Als er während einer Audienz beim Reichsbischof, bei der auch Adolf Hitler anwesend ist, dem Führer widerspricht, erhält er Redeverbot, doch Niemöller predigt weiter. Im Herbst 1934 erscheint sein Buch "Vom U-Boot zur Kanzel", das später von Goebbels verboten wird.


Im Konzentrationslager Dachau wird Niemöller von 1941 bis 45 gefangen gehalten.

Hitlers Staatsfeind Nummer 1

Bis 1937 laufen gegen ihn 40 Gerichtsverfahren wegen staatsfeindlicher Äußerungen und Kanzelmissbrauchs. Als die Gerichte den streitbaren Theologen frei sprechen, erklärt Hitler Niemöller zu seinem persönlichen Gefangenen und interniert ihn von 1937 bis 1945 in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau. Amerikanische Truppen befreien ihn 1945 aus dem KZ Dachau. Im Ausland galt er als Beispiel ungebrochenen Willens, der NS-Diktatur Widerstand zu leisten.

Nach der Befreiung wird er noch 1945 Mitglied des Rates der "Evangelischen Kirchen in Deutschland" (EKD) und zum Präsidenten des Kirchlichen Außenamtes gewählt. Er ist eine unbequeme Stimme der Kirche, denn er vertritt die These von der Mitschuld der evangelischen Kirche am Nationalsozialismus.
 1947 wird er Kirchenpräsident der evangelischen Landeskirche in Hessen und Nassau.


Martin Niemöller ist Trager des Bundesverdienstkreuzes.




Pazifist und Vorbild

1950 streitet er mit Bundeskanzler Konrad Adenauer um die Folgen der Wiederbewaffnung, die er strikt ablehnt.
In der Folge bemüht er sich aktiv um Kontakte mit Osteuropa und reist 1952 nach Moskau, 1967 nach Nordvietnam. 1967 wird ihm der Lenin-Friedenspreis verliehen, und 1971 erhält er das Bundesverdienstkreuz.
Von 1961 bis 1968 ist Niemöller einer der sechs Präsidenten des Weltkirchenrates.

Ende der 70er Jahre gründet er die Martin-Niemöller-Stiftung. Er kämpft gegen die Einführung der Neutronenbombe und gegen den NATO-Doppelbeschluss, durch den Atomraketen auf deutschem Boden stationiert werden sollten.

In den 80er Jahren wird Niemöller einer der prominentesten Vertreter der bundesdeutschen Friedensbewegung. Am 6. März 1984 stirbt Martin Niemöller in Wiesbaden.

-rr 14. 1. 2002 Bilder: Briefmarke: Deutsche Bundespost (pd); Ausweis: Wikipedia, Berkan (GNU, cc); Verdienstkreuz: Wikipedia, Andreas Praefcke (pd); Dachau: USHMM (pd)

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