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Maria Stuart - eine Königin im Kerker

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Maria Stuart - eine Königin im Kerker

Geboren wurde die Königin von Schottland am 8. Dezember 1542. Ihr Leben wurde bestimmt von Intrigen, Liebe, Macht und Tod. Ihre Zeit war von Machtkämpfen um den Thron und zwischen den Religionen geprägt. König Heinrich VIII., der von 1509 bis 1547 England regierte, lehnte die Lehre Martin Luthers im Interesse des Papstes ab. Heinrichs damalige Frau konnte aber keine Kinder bekommen. Heinrich sah seine Thronnachfolge gefährdet und wollte sich scheiden lassen. In diese Scheidung willigte der Papst aber nicht ein und so brach der König mit Rom. Er gründete die anglikanische Staatskirche und machte sich zum Oberhaupt. Er attackierte ab diesem Moment die Anhänger Luthers, aber auch die des Papstes.

Diese Situation änderte sich erst, als Maria Tudor nach Heinrichs Tod und einer kurzen Regierungszeit seines Sohnes Eduard VI. (starb mit 16) den englischen Thron übernahm. Sie versuchte, England zum Katholizismus zurückzuführen, und leitete die Verfolgung der Protestanten ein. Sie starb kinderlos im Jahre 1558. Ihre Nachfolge trat Elisabeth I. an.

Für viele eine unrechtmäßige Thronnachfolgerin, da sie aus der nicht standesgemäßen Ehe Heinrich VIII. mit Anna Boleyn hervorging. Nun versuchte sich Frankreich in die Frage der Thronfolge einzumischen und die katholische Maria Stuart auf den englischen Thron zu setzen. Maria wurde damit zu einer Bedrohung für Elisabeth I., die von den Schotten als Königin anerkannt wurde und die 1560 den Protestantismus als Staatsreligion in Schottland einsetzte. Der Konflikt zwischen Elisabeth I. und Maria Stuart sollte das Leben der beiden Frauen mitbestimmen.

Eine Woche alt und schon Königin!

Stellt euch vor: Sie war sechs oder sieben Tage alt - da wurde sie zur Königin von Schottland. Maria war die einzige Tochter von Jakob V. (1512-1542), dem König von Schottland, und seiner zweiten Frau, Marie de Guise (1515-1560). Geboren wurde sie am 8.12.1542. Da ihre beiden älteren Brüder, Jakob und Arthur schon in der Wiege gestorben waren, wurde Maria nach dem frühen Tod ihres Vaters eine Woche nach ihrer Geburt Königin von Schottland. Ihr Leben war immer geprägt vom Kampf um Macht und dem Konflikt der Protestanten gegen die Katholiken.

Sieben Monate alt und verlobt

Mit sieben Monaten wurde sie das erste Mal mit dem sechsjährigen Eduard VI., dem einzigen Sohn Heinrich VIII von England, verlobt. Eigentlich sollte sie diesen mit elf Jahren heiraten. Aber dieses Verlöbnis wurde nicht anerkannt. Denn als Maria mit neun Monaten zur schottischen Königin gesalbt und gekrönt wurde, löste die machthabende katholische Partei die Verlobung mit dem evangelischen Sohn Heinrichs auf. Daraufhin marschiert Heinrich VIII. in Südschottland ein. Ihre Mutter schickte Maria nach Frankreich, damit sie am französischen Hof in St. Germain unter katholischer Obhut behütet aufwachsen konnte.

Mit 16 die erste Hochzeit

Mit 16 Jahren, 1558, wurde sie mit dem französischen Thronfolger verheiratet. 1559 wurde dieser zum König Franz der II von Frankreich. Doch bereits ein Jahr später starb er und als dann auch Marias Mutter in Schottland starb, wollte Maria zurück in ihre Heimat.

1561 kehrte Maria als Königin nach Schottland zurück. Obwohl sie Katholikin war, erkannte sie zunächst die bestehende, von Protestanten geführte schottische Regierung an. Zum leitenden Minister ernannte sie ihren Halbbruder Jakob Stuart.

Mit 23 die 2. Hochzeit

1565 heiratete Maria ihren Cousin, den katholischen schottischen Adligen Lord Darnley. Ihre immer stärker katholisch geprägte Politik und ihre Heirat wird von den Protestanten nicht gebilligt. Ihr Halbbruder probt den Aufstand doch Maria kann sich in ihrer Position behaupten.

Allerdings kam es mittlerweile zwischen der Königin und ihrem Mann zu immer größeren Streitigkeiten. Es zeigte sich, dass auch er nur an Macht interessiert war. Schließlich wurde Darnley 1567 ermordet aufgefunden. Man nimmt an, die Königin hatte ihre Finger im Spiel.

Mit 25 die 3. Hochzeit

Allerdings konnte ihr eine Mitwisserschaft nie bewiesen werden. Als sie dann allerdings James Hepburn, den 4. Earl of Bothwell und Mörder ihres Ex-Gatten in einer protestantischen Zeremonie heiratete, kam es zu erneuten Aufständen. Maria musste sich gegen den rebellierenden Adel ergeben und dankte 1567 zugunsten ihres Sohnes Jakob VI. ab.

Mit 26: Exkönigin und in Gefangenschaft

Um sich in Schutz zu bringen, flüchtete Maria nach England zu ihrer Cousine, Königin Elisabeth I. Sie hoffte Elisabeth würde sie aus monarchischer Solidarität unterstützen. Doch Elisabeth ließ sie gefangen nehmen. Denn die englische Monarchin hatte ebenfalls Angst um ihren Thron.

Mit 44 zum Tode verurteilt

Um Maria zu befreien, wurde intrigiert, Verschwörungen und Fluchten geplant. 1586 kam es dann durch einen Pagen Marias, Anthony Babington, zu einem Attentat auf Elisabeth. Die Verschwörung wurde entdeckt und Maria im Oktober 1586 der Beteiligung an der Verschwörung angeklagt und am 25. Oktober zum Tode verurteilt. Elisabeth unterzeichnete den Hinrichtungsbefehl am 1. Februar 1587. Am 8. Februar wurde Maria hingerichtet.

Elisabeth regierte bis zu ihrem Tod am 23. März 1603 in London. Mit ihr, die einer ganzen Epoche den Namen gegeben hatte - das Elisabethanische Zeitalter-, endete die Tudor-Dynastie in England. Kurz vor ihrem Tod bestimmte sie noch den Sohn Maria Stuarts, den schottischen König Jakob VI., zu ihrem Nachfolger.

Ein Stoff für die Literatur

Das Schicksal der Maria Stuart eignet sich bestens für Dramen und die Literatur. Es spiegelt das menschliche Leben im Zeichen von Macht und politischen Intrigen. Berühmt wurden Tommaso Campanellas Drama "Maria Stuarda" (1598), Friedrich Schillers Trauerspiel "Maria Stuart" (1801), Walter Scotts "The abott" (1820) oder auch Stefan Zweigs biographischer Roman "Maria Stuart" (1935).

-ab-06.12.02/Text, Fotos: Mit freundlicher Genehmigung des Fischer Verlags und Lübbe.

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