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Geschichtsträchtige Protestaktion: Gandhis Salzmarsch

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Geschichtsträchtige Protestaktion: Gandhis Salzmarsch

Der indische Pazifist Mohandas Karamchand Gandhi gilt als einer der größten Freiheitskämpfer der Geschichte. Sein Salzmarsch, den er am 12. März 1930 begann, gilt als Symbol für den gewaltlosen Widerstand, mit dem er Indien von der Kolonialherrschaft der Briten befreien wollte.

Mit vollem Namen wird Mohandas Karamchand Gandhi, der indische Freiheitskämpfer, Rechtsanwalt und Politiker, in der Geschichtsschreibung nur noch selten genannt. Sein Ehrenname "Mahatma", was übersetzt "Große Seele" bedeutet, ist zu seinem neuen Vornamen geworden und untrennbar mit ihm verbunden.

Ein junges Ehepaar

Gandhi wurde am 2. Oktober 1869 in Porbandar geboren, einer kleinen Stadt an der indischen Westküste. Er wuchs in einer mittelständischen Familie auf, sein Großvater war der Bürgermeister der Stadt.

Als er 13 Jahre alt war heiratete er die gleichaltrige Kasturba (Das Foto zeigt das Paar im Jahr 1915). Im Kindesalter geschlossene Ehen waren zu jener Zeit in Indien nichts ungewöhnliches.

Als 1885 Gandhis Vater starb, wollte er in dessen Fußstapfen treten, doch ihm fehlte die entsprechende Ausbildung. Ein Freund der Familie riet ihm zu einem dreijährigen Studium in England. 1888 Gandhi war gerade Vater eines Sohnes geworden fuhr er mit dem Schiff nach London, studierte dort Jura und kehrte 1891 nach Indien zurück.

1893 übersiedelte er nach Südafrika, um dort für die afrikanische Niederlassung einer indischen Firma zu arbeiten.

Gegen Unrecht und Rassismus

Auf einer Bahnfahrt durch Südafrika, begann dann Gandhis Einsatz für die vorbehaltlose Gleichberechtigung aller Menschen. Obwohl er als Rechtsanwalt eine durchaus privilegierte Position inne hatte, bekam er die Demütigung durch die Weißen am eigenen Leib zu spüren.

Von da an kämpfte Gandhi für die Rechte der eingewanderten Inder und blieb 21 Jahre lang in Südafrika. Dort entwickelte er die Prinzipien des Satjagraha, des unbedingten Festhaltens an der Wahrheit und des gewaltfreien Widerstands.

Von 1914 an rief er in Indien die Bevölkerung zum passiven Widerstand gegen die Engländer auf. Gandhis Prinzipien bildeten die Voraussetzungen für den Kampf der indischen Bevölkerung um ihre Unabhängigkeit vom British Commonwealth.

Für gezielte Gesetzesübertretungen nahmen Gandhi und seine Mitstreiter bewusst Haftstrafen in Kauf; Gandhi verbrachte insgesamt 2089 Tage seines Lebens in Gefängnissen.

Passiver Widerstand

Unter Gandhis Führung wurde es den Indern zur Ehrensache, die englischen Kolonialisten durch Boykott all ihrer Verordnungen und Produkte zu behindern und Repressalien in Kauf zu nehmen.

Geschichtsträchtig war der Salzmarsch von Ahmedabad an die Küste: Das Rohstoff-Monopol und damit das der Salzgewinnung lag allein in den Händen der Engländer. Gandhi machte sich mit Tausenden von Anhängern auf den Weg zum Meer, wo jeder eine handvoll Wasser in der Sonne verdunsten ließ, bis nur das Salz übrig blieb.

Untrennbar mit dem Mahatma verbunden war auch sein selbstgefertigtes Baumwolltuch. Das Spinnen und Weben war ebenfalls ein Monopol der Engländer. Die eigene Kleidung selbst herzustellen, daheim zu weben, drückte für ihn wie für viele andere ebenfalls Protest gegen den britischen Imperialismus aus. Zugleich gehörte das Weben aber auch zu Gandhis persönlicher religiöser Meditation.

Unabhängigkeit

Gandhis Wirken trug viel zur Unabhängigkeit Indiens am 15. August 1947 bei. Doch das Land kam nicht zur Ruhe. Bürgerkriegsähnliche Kämpfe zwischen Hindus, Muslimen und Sikhs beschäftigten Gandhi weiter. Um die religiösen Eiferer zu trennen, wurden den Muslimen eigene Ländereien zur Verfügung gestellt, das spätere Ost- u. Westpakistan.

Doch die Massenflucht der Muslime aus Indien und der Hindus aus Pakistan mündeten in blutige Gemetzel. Gandhi protestierte dagegen mit einem Hungerstreik. Er wollte erst einlenken, wenn Hindu- u. Moslemführer miteinander Frieden geschlossen hätten. Hier erwies sich der Mahatma durch das Riskieren des eigenen Lebens stärker als eine ganze Armee.

Gegen den religiösen Fanatismus konnte er dennoch nicht siegen: Am 30.01.1948, wurde Mahatma Gandhi von einem Hindu-Fanatiker in Dehli erschossen.

Fotos: M.K. Gandhi Institut/Government of India Text: RR 10. 3. 2005

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