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Ende der Rassentrennung in Südafrika

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Ende der Rassentrennung in Südafrika

Bis vor 15 Jahren war die Politik in Südafrika von der Rassentrennung (Apartheid) bestimmt. Während die weißen Einwohner des Landes über alle Rechte verfügten und die Politik lenkten, lebten die anderen Volksgruppen unterdrückt.

Flagge Südafrikas


So war es Nicht-Weißen untersagt, in denselben Gegenden zu wohnen wie die Weißen, mit ihnen auf dieselben Schulen zu gehen, dieselben Verkehrsmittel und sogar dieselben Toiletten zu benutzen. Schwarze durften nur ungelernte Arbeiten verrichten um den Weißen keine Konkurrenz zu machen. Ehen zwischen Schwarzen und Weißen waren verboten.

Auf dem Weg zur Gleichberechtigung

Der südafrikanische Präsident Frederik Willem de Klerk, der von 1990 bis 1994 regierte, setzte sich seit 1990 dafür ein, die Rassentrennungsgesetze abzuschaffen. Vorher war es den Schwarzen auch untersagt, sich in eigenen Parteien zu organisieren. De Klerk hob diese Verbote auf. Damit machte er sich in seiner eigenen Partei, der (weißen) National Party viele Feinde.


Rechts: Frau aus der Volksgruppe der Zulu.

Außerdem kam es zu Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen schwarzen Gruppierungen, dem African National Congress (ANC) und der Inkatha-Bewegung. Während im ANC hauptsächlich der Volksstamm der Xhosa vertreten war, gehörten die Zulu der Inkatha-Bewegung an.

 
Vor 15 Jahren: Abstimmung über Ende der Rassentrennung

Die Kämpfe innerhalb der weißen und der schwarzen Gruppen behinderten die Reformversuche von Präsident de Klerk natürlich stark. Am 17. März 1992 ließ de Klerk die weiße Bevölkerung abstimmen, ob er seine Politik der Demokratisierung und Gleichberechtigung der verschiedenen Rassen fortsetzen sollte oder nicht. 70% waren dafür.


Südafrikas Hauptstadt Pretoria

Trotzdem kam es immer wieder zu politisch begründeten Morden und Gewalttaten. Nach vielen Turbulenzen wurden im April 1994 die ersten freien Wahlen in Südafrika abgehalten. Erstmals durften Schwarze eigene Parteien zur Wahl stellen und selbst abstimmen gehen. Da 76% der Bevölkerung des Landes Schwarze sind, kam es erwartungsgemäß zu einem Sieg des ANC, der größten Partei der Schwarzafrikaner.

Nelson Mandela wurde der erste schwarzer Präsident Südafrikas. Er war in der Zeit der Apartheid 23 Jahre lang im Gefängnis gewesen! 1997 trat eine neue, demokratische Verfassung in Kraft. Seit 1999 ist Thabo Mbeki Südafrikas Präsident.


Die Probleme des neuen Südafrika

Auch heute, 15 Jahre nach der Abschaffung der Apartheidsgesetze sind noch lange nicht alle Probleme beseitigt, die aus der Trennung der Gesellschaft erwuchsen. Auch wenn sich die Situation langsam verbessert, haben immer noch viele Schwarze keine geregelte Arbeit und leben in Baracken oder haben überhaupt keine Unterkunft. Nach und nach gelingt es jedoch auch Schwarzen, in die wohlhabendere Mittelschicht zu gelangen.


Noch immer gehört der größte Teil des Landes weißen Farmern. Die Nicht-Weißen, die von der früheren Apartheids-Regierung zwangsweise in ghettoartige Regionen umgesiedelt wurden, sollen ihr Land zurückbekommen. Aber die Reformen gehen nur langsam voran.

rechts: Hier wohnen einige Xhosa.

Die Kriminalitätsrate in Südafrika ist enorm hoch. Viele Weiße wohnen in Vierteln die wie Hochsicherheitstrakte abgeriegelt sind. Mauern, Stacheldraht und Bewacher, die rund um die Uhr im Einsatz sind, sollen sie vor Überfällen durch Schwarze schützen.

Besonders erschreckend sind die Statistiken über Sexualverbrechen. Seit 1994 wurden 420.000 Menschen ermordet oder totgeschlagen und es gab 650.000 Vergewaltigungen. Wobei die Dunkelziffer noch um ein Vielfaches höher ist. So muss jede zweite Südafrikanerin damit rechnen, vergewaltigt zu werden.

In den letzten Jahren ging die Kriminalitätsrate jedoch wieder zurück. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Trend weiter anhält.

Eine weitere große Bedrohung für Südafrika stellt die Immunschwächekrankheit AIDS dar. Etwa 21 % der Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren sind mit dem HI-Virus infiziert. Die Lebenserwartung ist deshalb um 20 Jahre gesunken. Während Südafrikaner 1990 noch etwa 65 Jahre alt wurden, lebten sie 2005 nur noch durchschnittlich 43 Jahre. Derzeit sterben jedes Jahr 250.000 Südafrikaner an Aids. Bis 2008 wird sich diese Zahl jährlich auf 500.000 Todesfälle erhöhen.

Fußball WM 2010


Links: Loftus-Stadion in Pretoria.

Vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2010 wird die 19. Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika - und damit erstmals auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen. Die WM-Stadien werden derzeit ausgebaut bzw. neu errichtet. Auch die internationalen Flughäfen in Johannesburg, Kapstadt und Durban werden vergrößert und das Bahnnetz modernisiert. Die FIFA glaubt, dass die südafrikanische Regierung trotz der Sicherheitsrisiken des Landes in der Lage ist, die WM ohne Probleme durchzuführen.

Text: LM - 14.03.02/aktualisiert: 16.03.07//01/2010, Bilder: South African Tourism, Stadion: GFDL.

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