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Die Polarforscher Ross und der magnetische Pol

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Die Polarforscher Ross und der magnetische Pol

Am 30. August 1856 starb der damals 79-jährige Sir John Ross. Der britische Admiral und Polarforscher unternahm mit seinem Neffen James Clark Ross von 1829 bis 1833 eine Expedition in die kanadische Arktis. Dabei legte sein Neffe zum ersten Mal den magnetischen Südpol fest.


Der Polarforscher Sir John Ross auf einem Stich.

Expedition zur Entdeckung der Nordwestpassage

Im Mai 1829 brach die Expedition in die Arktis auf. John Ross auf dem Schaufelraddampfer "Victory", der auch als Segelschiff ausgerüstet war. Begleitet wurde er von seinem Neffen James Ross, der das Schiff "Erebus" befehligte. Die beiden wollten die Nordwestpassage finden. Bezahlt wurde das Unternehmen von dem Geschäftsmann Felix Booth. Durch den Lancaster-Sund erreichten die Männer zum ersten Mal eine Halbinsel, die sie nach ihrem Gönner Boothia Felix, heute nur noch Boothia, nannten. Boothia stellte sich als der nördlichste Punkt des Kontinents heraus. Dort war wegen technischer Probleme am Raddampfer und den mächtigen Eismassen die Reise in den hohen Norden zu Ende.

Sie erkundeten das Festland und James Clark Ross stellte dabei fest, dass sie sich in der Nähe des magnetischen Südpols befanden, etwa 2300 Kilometer vom geografischen Nordpol. James Clark Ross zieht gemeinsam mit einigen Inuit auf Schlitten los. Am 1. Juni 1831 erreicht der Engländer als erster Europäer den magnetischen Pol der Nordhalbkugel.


Das Magnetfeld der Erde hat seinen Ursprung im Erdkern. Die Feldlinien über der Erdoberfläche haben eine Form, als befände sich im Zentrum der Erdkugel ein großer Stabmagnet. Das Magnetfeld ist gegenüber der Rotationsachse geneigt. Den magnetischen Nordpol findet man allerdings in der Nähe des geografischen Südpols, der magnetische Südpol liegt im nördlichen Polargebiet.

Magnetischer Südpol am geografischen Nordpol?

Zu jedem Magnetfeld gehören ein Nordpol und ein Südpol. Und so vermutet man den magnetischen Pol zunächst nahe des geografischen Pols doch dem ist nicht so!

Wir wissen, dass der Nordpol eines Magneten der nach Norden weisende Pol ist. Da sich aber entgegengesetzte Pole anziehen, muss also im Norden der Erde ihr magnetischer Südpol liegen! Das heißt die Kompassnadel weist mit ihrer Nordspitze auf diesen Punkt.

Die ersten Forscher, die sich mit dem Magnetismus befassten, nannten den nach Norden weisenden Pol einfach Nordpol. Deshalb müssen wir jetzt unterscheiden, zwischen dem geografischen Nordpol und dem ebenfalls im Norden liegenden magnetischen Südpol. Der magnetische Nordpol ist demnach in der Antarktis am geografischen Südpol zu finden.


Karte des Expeditionsgebietes von John und James Clark Ross. 1831 lag der magnetische Südpol auf Boothia Felix.

Die magnetischen Pole "wandern"!

Hinzu kommt, dass die magnetischen Pole im Gegensatz zu den geografischen Polen ganz langsam aber ständig ihre Lage verändern. 1831 hat Clark Ross den magnetischen Südpol genau bestimmt: Im Norden Kanadas etwa 2300 Kilometer vom geografischen Nordpol entfernt. Seither wurde regelmäßig gemessen. Dabei stellte sich heraus, dass der magnetische Südpol bis zum Jahr 1980 etwa 1000 Kilometer in Richtung des Nordpols gewandert war. Deshalb gehen die Forscher davon aus, dass sich die Magnetpole im Laufe der vergangenen Jahrmillionen schon sehr weit verschoben haben. So kann der magnetische Südpol schon in Korea oder im Atlantischen Ozean gelegen haben.

Gefeierte Heimkehr

Drei Jahre war die Expedition auf  See im ewigen Eis. Doch nach drei Wintern mussten die Forscher die seeuntüchtig gewordenen Schiffe aufgeben. Gemeinsam mit ihrer Mannschaft schlugen sie sich in einer abenteuerlichen, entbehrungsreichen Schlitten- und Bootsreise südwärts durch. Schließlich nahmen sie Walfänger mit.

Als John Ross 1833 in England ankam, wurde er begeistert gefeiert. Das Königshaus gab ihm den Adelstitel und er wurde zum Konteradmiral befördert.


James Clark Ross zog es immer wieder ins ewige Eis, egal ob nach Kanada, wie hier bei Baffin Island oder in die Antarktis.

James Clark Ross

Berühmter als sein Onkel, sollte der Neffe werden. Schon mit 19 Jahren begleitete er ab 1819 den Entdecker und Polarforscher Sir W.E. Parry auf dessen acht Jahre dauernden Expedition  in das ewige Eis am Nordpol. Schließlich begleitete er seinen Onkel auf den Nordpolarfahrten. Er war als erster Europäer am magnetischen Südpol. Nach seiner Rückkehr nach England zog es ihn vom Nordpol in die Südpolargebiete. Von 1839 bis 1843 erkundete er die Antarktis und entdeckte dabei das nach ihm benannte Rossmeer, 1841 das südliche Victorialand und die Rossinsel sowie die Vulkane "Erebus" und "Terror" und den magnetischen Nordpol.

Mehr Infos erhaltet ihr in WAS IST WAS 5 "Entdecker und ihre Reisen", WAS IST WAS 36 Polargebiete, WAS IST WAS 39 "Magnetismus" und WAS IST WAS 107 "Pinguine".
-ab-30.08.2006 Text / Fotos: Illu: WAS IST WAS 39 "Magnetismus", S. 17; John Ross: Stich Morris Charles, 1909; Karte: Eisberg Baffin Island, Kanada: Corel Stock Images.

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