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Der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland

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Der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland

Im Sommer 1945 wurde die Bildung demokratischer Parteien in den von Amerikanern und Briten besetzten Zonen zugelassen. Viele der Parteien gingen auf frühere Parteien zurück, die es schon während der Weimarer Republik gegeben hatte. Eine neugegründete Partei war die CDU/CSU. Konrad Adenauer war eine wichtige Führungskraft der christlich demokratischen Partei und am 15. September 1949 wurde er zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

Die Politik der Siegermächte führte dazu, dass Deutschland in einen West- und einen Ostteil zweigeteilt wurde. Die drei westlichen Militärgouverneure beauftragten die Ministerpräsidenten der Bundesländer am 1. Juli 1948 eine Verfassung auszuarbeiten, das Grundgesetz, das am 23. Mai 1949 verkündet wurde. Die ersten freien Wahlen wurden für den August festgesetzt.

Die ersten Wahlen

Die erste Bundestagswahl galt nur für den Westteil Deutschlands, die Bundesrepublik Deutschland. Es gab ein Wahlgesetz, das nur für diese erste Wahl galt. Insgesamt wurden 402 Abgeordnete gewählt.

60 Prozent der Abgeordneten wurden als Direktkandidaten in den Wahlkreisen gewählt. Also direkt durch die Stimmen der Wähler auf dem Stimmzettel. Die restlichen 40 Prozent der Mandate wurden unter Anrechnung dieser Direktmandate über Landeslisten auf die Parteien verteilt. Um in den Bundestag einzuziehen musste eine Partei nur in einem Bundesland 5% der Stimmen erreichen oder lediglich einen Wahlkreis direkt gewinnen. Als Spitzenpolitiker und Anwärter auf den Bundeskanzler traten für die CDU/CSU der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer und für die SPD deren Parteivorsitzender Kurt Schumacher an.

Das Wahlergebnis:

CDU/CSU: 31,0 %, 139 Mandate
SPD: 29,2 %, 131 Mandate
FDP: 11,9 %, 52 Mandate
Rest: 28,1 %, 80 Mandate
Der Stimmanteil für die restlichen verteilte sich wie folgt:
Kommunistische Partei Deutschlands (KPD): 5,7 %, 15 Mandate
Bayernpartei (BP): 4,2 %, 17 Mandate
Deutsche Partei (DP): 4,0 %, 17 Mandate
Zentrum: 3,1 %, 10 Mandate
Wiederaufbauvereinigung (WAV): 2,9 %, 12 Mandate
Deutsche Republikanische Partei (DRP): 1,6 %, 5 Mandate
Südschleswigscher Wählerverein (SSW): 0,3 %, 1 Mandat
Unabhängige: 4,8 %, 3 Mandate
Rest: 1,5 %, 0 Mandate

Konrad Adenauers Wahl

Am 15. September 1949 wählte der so zusammengestellte Bundestag, den ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Es wurde der Präsident des Parlamentarischen Rates und Vorsitzende der CDU Konrad Adenauer. Er erhielt 202 Stimmen und wurde mit der kleinstmöglichen Mehrheit von nur einer Stimme gewählt. Er hatte selbst auch für sich gestimmt. Das Amt des Bundeskanzlers hatte der ehemalige Kölner Bürgermeister bis 1963 inne.

Seine (Kurz-) Biografie

Adenauer wurde am 5. Januar 1876 in Köln in eine streng katholische Familie geboren. Er studierte Jura und Volkswirtschaft und schlug dann die Anwaltslaufbahn ein. Von 1917 bis 1933 war er Oberbürgermeister der Stadt Köln als Mitglied der Deutschen Zentrumspartei.

Von 1920 bis 1933 war er Mitglied und Präsident des Preußischen Staatsrates. Von den Nationalsozialisten wurde Adenauer 1933 aller seiner Ämter enthoben, er lebte zurückgezogen. 1944 wurde er nach dem Attentat am 20. Juli inhaftiert. Die amerikanische Militärverwaltung setzte ihn nach dem Krieg als Kölner Oberbürgermeister wieder ein. Die Briten entließen ihn aber wieder. In der neugegründeten CDU übernahm er schnell eine Führungsrolle und war von 1950 bis 1966 Parteivorsitzender.

Adenauers Politik

Adenauer vertrat eine Politik der Westintegration. Das heißt, er bemühte sich um politische und wirtschaftliche Nähe zu Frankreich, England und den USA. 1951 übernahm er auch das neugeschaffene Amt des Außenministers. Die sich immer stärker abzeichnende Spaltung zum Osten nahm er in Kauf. Er bemühte sich um einen wirtschaftlichen Aufbau des Landes und pflegte konservative Werte. Adenauer prägte diese Zeit so stark, dass man heute auch von der Ära Adenauer spricht.

Am 15. Oktober 1963 tritt Adenauer von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger wird Ludwig Erhard. Konrad Adenauer bleibt Bundestagsabgeordneter und bis 1966 CDU- Bundesvorsitzender. Er schreibt seine Memoiren, die 1965 erscheinen. Im April 1967 stirbt Konrad Adenauer im Alter von 91 Jahren.



Mehr über Konrad Adenauer findet ihr hier

Mehr über die Deutsche Geschichte erfahrt ihr im brandneuen WAS IST WAS Band 126 Deutschland. 

-ab/rr/akt. sw- 13. 10. 2009 Text / Plakat: Aigner  (Entwurf), Haus der Geschichte, Bonn. Foto: DHM

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