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Als das Römische Reich am größten war - Kaiser Trajan

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Als das Römische Reich am größten war - Kaiser Trajan

19 Jahre lang war er römischer Kaiser. In seiner Herrschaftszeit erlebte das Römische Reich seine größte Ausdehnung. Warum Trajan zum Vorbild späterer Herrscher wurde und was es mit den Adoptivkaisern auf sich hatte, erfahrt ihr hier.

Foto: Trajan-Standbild in Xanten.

Marcus Ulpius Trajan wird am 18. September des Jahres 53 nach Christus in der Stadt Italica im heutigen Spanien geboren. Er ist damit der erste römische Kaiser, der nicht aus dem italienischen Kernland sondern aus einer Provinz des Römischen Reiches stammt. Wie sein Vater wird Trajan Senator und schlägt eine militärische Laufbahn ein.

Zunächst kommandiert er eine Legion, die einen Aufstand in Hispanien niederschlagen, dann kämpft er als Befehlshaber für Kaiser Domitian an Rhein und Donau. Im Jahr 97 wird er Statthalter in Germanien. Mittlerweile ist Kaiser Nerva an der Regierung. Da der kinderlose Nerva schon sehr alt ist, adoptiert er Trajan, um ihn zu seinem Nachfolger zu machen.

Die Adoptivkaiser

Foto: Büste von Kaiser Nerva.

Nerva begründet auf diese Weise eine neue Herrschaftsfolge. Vorher hatten normalerweise die Söhne oder andere direkte männliche Nachfahren des Kaisers dessen Macht geerbt. Die Schreckensherrschaft von Kaiser Domitian hatte den Römern jedoch gezeigt, dass Verwandtschaft allein noch keine guten Regenten hervorbringt.

Mit Trajan beginnt deshalb die Reihe der sogenannten Adoptivkaiser, in der nach ihm Hadrian, Antonius Pius, Marc Aurel und Lucius Verus folgen. Sie werden in der Geschichtsschreibung als gute Kaiser gewürdigt. Tatsächlich waren jedoch auch die Adoptivkaiser häufig verwandt mit ihrem Vorgänger.

Trajan wird Kaiser

Nach nur 16monatiger Regentschaft stirbt Nerva im Februar 98 und Trajan wird Kaiser. Entgegen damaliger Sitte reist er jedoch nicht sofort von seinem Truppenstützpunkt in Germanien nach Rom um sich dort neuer Herrscher feiern zu lassen, sondern erscheint erst eineinhalb Jahre später dort.

Foto: Nachgebauter Wachtturm am Limes, dem römischen Grenzwall.

Wichtiger ist es ihm, zunächst noch die Reichsgrenzen am Rhein zu sichern und den Bau des Neckar-Odenwald-Limes voranzutreiben. Auch zwei Fernstraßen, eine davon entlang der Donau bis zum Schwarzen Meer müssen erst noch in Angriff genommen werden.

Trajan als idealer Kaiser

Als er dann im Herbst 99 in der Hauptstadt eintrifft, verhält er sich völlig anders als der gehasste Vorvorgänger, der Diktator Domitian. Trajan kommt zu Fuß und besucht jeden Senator persönlich. Er macht damit deutlich, wie wichtig ihm der Senat als Mitte des Staates ist und zeigt sich selbst nicht als überlegener Machthaber sondern als primus inter pares (Erster unter Gleichen).

Bei seinen Vorgängern war es in der herrschenden Klasse üblich gewesen, politische und persönliche Gegner anonym anzuzeigen oder ihnen den Prozess wegen Majestätsbeleidigung zu machen, um sie damit auszuschalten. Trajan wendet sich strikt gegen solche Vorgehensweisen und ist deshalb sowohl im Senat als auch beim Volk sehr beliebt.

Auch in der Geschichtsschreibung, etwa bei Plinius dem Jüngeren gilt Trajans Regentschaft als Glanzzeit des Römischen Reiches und er selbst als Vorbild aller folgenden Caesaren.

Trajan als Eroberer

Kaiser Trajan war jedoch nicht nur ein Weltherrscher mit menschlichen Eigenschaften, sondern auch ein geschickter Eroberer, der es verstand, das Römische Reich so weit auszudehnen wie niemand vor oder nach ihm.

Foto: Abbildung des Dakerkrieges auf der Trajanssäule in Rom. Rechts sieht man die Römer, links die Daker.

In den Jahren 101 und 105 führte er zwei Kriege gegen die Daker, ein Volk, das im heutigen Rumänien ansässig war. Der dakische König Decebalus (wörtlich so stark wie zehn Männer) war mit seinen Truppen immer wieder in römisches Gebiet vorgedrungen, so dass Trajan in ihm eine starke Bedrohung sah. Erst beim zweiten Feldzug besiegt Trajan die Daker und unterwirft deren Land, das nun zur römischen Provinz Dacia wird.

Trajan als Bauherr

Links: Trajanssäule auf dem Trajansforum in Rom.

Außerdem raubt er den kostbaren dakischen Königsschatz. Dank dieser Geldquelle zeigt sich Trajan in Rom sehr spendabel. Er lässt zwei Bibliotheken, ein eigenes Forum und die Trajanssäule errichten, auf der seine Schlachten aufgemeißelt sind.

Rechts: Das Trajansforum kann heute noch in Rom besichtigt werden. Es ist das am besten erhaltene der Kaiserforen.

Um einen geeigneten Platz für sein Forum zu schaffen, lässt Trajan einen 35 Meter hohen Hügel abtragen. Seine Siegessäule in gleicher Höhe zeigt an, wie groß der Berg einst war.

Das Römische Reich in voller Größe


Karte: Das Römische Reich um 117.

Trajan vergrößtert das Reich nach Osten durch seine Feldzüge gegen die Parther und gründet die Provinzen Armenina und Mesopotamia. Das Römische Reich verfügt nun über einen Zugang zum Kaspischen Meer und, durch Zugewinne in Arabia auch zum Roten Meer.

117 nach Christus erstreckte sich das Römische Reich in Nord-Süd-Richtung von Schottland bis zum Sudan und in Ost-West-Richtung vom Kaukasus bis Spanien. Die Eroberungen im Zweistromland und in Armenien konnten jedoch nicht lange gehalten werden.


Wer kam nach Trajan?

Trajans Nachfolger war Kaiser Hadrian, den Trajan adoptierte, als er im August des Jahres 117 schon im Sterben lag. Möglicherweise unterschrieb sogar eigentlich Trajans Frau Plotina den Adoptionsschein, als ihr Mann bereits gestorben war. Sicher ist das nicht. Nachdem Trajan das Römische Reich ausgedehnt hatte, machte sich Hadrian daran, die Grenzen mit zahlreichen Befestigungsanlagen zu sichern. Weiteres dazu lest ihr im verlinkten Artikel über Kaiser Hadrian.

Text: Liane Manseicher, 17.09.08; Bilder: Trajanstatue: Thomas Ihle: GFDL; Schlacht der Römer gg. die Traker: Joe Mabel: GFLD; Trajansforum: Markus Bernet: cc-by-sa; Trajanssäule: Matthias Kabel: cc-by-sa; Nerva: pd; Limes-Turm: Nicolas von Kospoth: cc-by-sa. 

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt