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60 Jahre Israel

Der Staat Israel wird gegründet

Am 14. Mai 1948 rief David Ben Gurion die Unabhängigkeit Israels aus. Dieser Tag wird als Gründungsdatum des Staates Israel gefeiert. Um die Geschichte Israels zu verstehen, müssen wir zunächst einen Blick in die Vergangenheit werfen. Der Name Israel war nämlich eigentlich ein Ehrenname Jakobs.

Jakob kennst du vielleicht aus dem 1. Buch Mose im Alten Testament der Bibel. Er lebte etwa 1800 Jahre vor Christus. Jakob sowie sein Großvater Abraham und sein Vater Isaak gelten als Stammväter des Volkes Israel. Die Nachkommen Jakobs erhielten seinen Ehrennamen: Israeliten oder Volk Israel. Auch das Land, in dem sie lebten, wurde so genannt. Später sagte man zu den den Israeliten auch Juden.

Israeliten oder Juden, das war und ist nicht nur die Bezeichnung für die Bewohner eines bestimmten Landes, sondern gleichzeitig auch eine Religionszugehörigkeit. Die Juden betrachten sich als Volk Gottes und sind damit ein Volk, auch wenn sie in vielen verschiedenen Ländern der Welt leben. Doch darauf kommen wir später zurück.

Warum musste man den Staat Israel neu gründen?

Um das zu verstehen, müssen wir uns zunächst ansehen, wie es mit dem Volk Israel weiterging. Stammvater Jakob hatte zwölf Söhne. Nach ihnen wurden die zwölf Stämme Israels benannt. Zehn dieser zwölf Stämme wurden umgesiedelt und zerstreut, als die Israeliten im Jahr 722 vor Christus von den Assyrern erobert wurden.

Nach wechselvollen Jahrhunderten, in denen die verbleibenden zwei Stämme Israel immer wieder von anderen Völkern beherrscht wurden, wurde das Ende des eigenen Staates mit der Besetzung Israels durch die Römer im Jahr 66 vor Christus eingeläutet. Auch zur Zeit Jesu herrschten hier die Römer. Von 132-135 nach Christus versuchte der jüdische Anführer Bar Kochba einen Aufstand gegen die römische Vorherrschaft.
 
135 schlugen die Römer den Aufstand nieder und verboten es den Juden, in Jerusalem ihrem religiösen und politischen Zentrum zu wohnen. An die Stelle des im Jahr 70 nach Christus zerstörten Jerusalemer Tempels, des wichtigsten Heiligtums der Juden bauten sie einen Jupiter-Tempel. Die Römer benannten das Land nach den schlimmsten Feinden der Israeliten, den Philistern: Palästina. Die Israeliten lebten von nun an auf der ganzen Welt verstreut.

Das blieb auch so bis...

...sich vor etwas mehr als 100 Jahren eine Bewegung von Juden gründete, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, wieder einen eigenen Staat zu haben. Man nennt diese Bewegung auch Zionismus. Diesen Begriff prägte der in Wien lebende jüdische Schriftsteller Nathan Birnbaum 1893. Wenig später machte der ebenfalls aus Österreich stammende Journalist Theodor Herzl den Zionismus mit seinem Buch Der Judenstaat von 1896 weltweit bekannt.

Aber warum kamen die Juden gerade damals auf die Idee, einen eigenen Staat zu gründen?

Weil sie in jedem Land, in dem es sie gab nur eine Minderheit darstellten wurden die Juden häufig verfolgt und ausgegrenzt. Man nennt dieses anti-jüdische Verhalten auch Antisemitismus. Gerade Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Juden in Deutschland und Österreich wieder besonders stark unter Antisemitismus zu leiden.

Was hat Zionismus mit Nationalismus zu tun?

Dazu kam, dass damals in sehr vielen Ländern Europas das Bewusstsein eine Nation zu sein sehr wichtig wurde. Hatte man sich vorher mit seinem König identifiziert, war das nach dem Niedergang des Adels in vielen Ländern nicht mehr möglich. Nun war der Nationalismus eine neue Möglichkeit, sich zusammengehörig zu fühlen und sich von den Nachbarländern oder anderen Volksgruppen im eigenen Land abzugrenzen. Auch die Juden entwickelten (wieder) dieses Bewusstsein, ein Volk zu sein. Nur hatten sie eben im Vergleich zu anderen Völkern kein eigenes Land.

Das änderte sich ab etwa 1920 schrittweise, denn zu dieser Zeit siedelten sich immer mehr Juden aus aller Welt in Palästina an. Erlaubt wurde ihnen das von Großbritannien, das Palästina seit dem Ersten Weltkrieg im Auftrag des Völkerbundes verwaltete.

Allerdings war Palästina bereits bewohnt...

...und zwar von Arabern. Diese protestierten gegen die Einwanderungsbewegung, die vor allem in den 1930er Jahren immer stärker wurde, da immer mehr Juden aus Nazi-Deutschland flohen. Je schlimmer die Lage für die Juden in Deutschland wurde, umso dringender schien die Gründung des jüdischen Staates. Um Frieden zwischen Juden und Arabern zu schaffen, verabschiedeten die Vereinten Nationen am 29. November 1947 einen Teilungsplan für Palästina. Es sollte von nun an aus einem jüdischen und einem arabischen Staat bestehen. Doch die Araber stimmten nicht zu.

Kaum dass Großbritannien die Verwaltung Palästinas an die Vereinten Nationen zurückgegeben hatte, rief David Ben Gurion am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeit des Staates Israel aus. Er wurde zum ersten Ministerpräsidenten des Landes.
Unmittelbar darauf folgten ein Krieg zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn, den Israel zu seinen Gunsten entschied. Es eroberte sogar wesentlich mehr Land, als ihm durch den Teilungsplan ursprünglich zugedacht worden war. Bis heute herrscht kein Frieden zwischen Israel und seinen Nachbarn.

Text: Liane Manseicher; Fotos: Karten, Flagge, 12 Stämme Israels, Herzl: pd; Knesset: Kirschblut: cc-by-sa; Klagemauer: GFDL: Chmouel.

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