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1971: Willy Brandt erhält den Friedensnobelpreis

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1971: Willy Brandt erhält den Friedensnobelpreis

Die Überraschung ist perfekt. Der Deutsche Bundestag diskutiert am 20. Oktober 1971 über den Haushalt für das kommende Jahr. Dann wird die Sitzung plötzlich unterbrochen. Soeben sei eine Telegramm aus Norwegen eingetroffen, eine Nachricht des Nobel-Komitees.

Darin werde mitgeteilt, dass dem damaligen Bundeskanzler Willy Brandt der Friedensnobelpreis des Jahres 1971 verliehen werden soll.


Willy Brandt bekam den Nobelpreis für seine Ostpolitik. Hier trifft er DDR-Vorsitzenden Willy Stoph.

Niemand hat damit gerechnet, am wenigsten der Preisträger selbst. Die Auszeichnung soll Brandt wegen seiner Haltung zum Thema Ostpolitik verliehen bekommen. Er habe einen wesentlichen Beitrag zur internationalen Entspannung geleistet.

In der Begründung des Nobel-Komitees heißt es: "Bundeskanzler Willy Brandt hat als Chef der westdeutschen Regierung und im Namen des deutschen Volkes die Hand zu einer Versöhnungspolitik zwischen alten Feindländern ausgestreckt. Er hat im Geiste des guten Willens einen hervorragenden Einsatz geleistet, um Voraussetzungen für den Frieden in Europa zu schaffen."


Brandt ist der vierte deutsche Friedensnobelpreisträger. Er gilt als "Kanzler der Entspannungspolitik".



Willy Brandt bekommt den Friedensnobelpreis am 10. Dezember 1971 in Oslo verliehen. "Die Ehre der Preisverleihung", sagt Brandt in seiner Dankesrede, "kann gewiss nur als eine Ermutigung meines politischen Strebens verstanden werden, nicht als ein abschließendes Urteil (...), und ich darf hinzufügen, wie viel es mir bedeutet, dass auf meine Arbeit im Namen des deutschen Volkes´ abgehoben wurde. Dass es mir also vergönnt war, nach den unauslöschlichen Schrecken der Vergangenheit den Namen meines Landes und den Willen zum Frieden in Übereinstimmung gebracht zu sehen.

Das aus fünf Mitgliedern bestehende Nobelpreiskomitee wählt Willy Brandt unter insgesamt 39 Kandidaten aus. Er ist der vierte Deutsche, der den Friedensnobelpreis erhält. Die Übergabe des Preises findet am 10. Dezember 1971 in der Universität von Oslo statt.


Im Nobel-Friedenszentrum in Oslo wird jedes Jahr der Friedesnobelpreis verliehen.

Der erste Friedensnobelpreis wird 1901 an den Begründer des Roten Kreuzes Henry J. Dunant verliehen. Traditionell wird der Preis am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, in Oslo übergeben. Die Preisträger erhalten dabei eine Urkunde, eine Goldmedaille mit dem Porträt Alfred Nobels und einen Geldpreis. Alle anderen Nobelpreise werden durch den schwedischen König in Stockholm überreicht.

-sw-Stand: 19.10.01 Buchcover: Mit freundlicher Genehemigung des Propyläen Verlags. Titel: Gregor Schöllgen: Willy Brandt - Die Biographie.
Fotos: Brandt & Honecker: Bundesarchiv (cc); Portrait: Bundesarchiv (Ulrich Wienke cc); Nobel-Friedenszentrum: Wikipedia (Dirk Schröder GNU)

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