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1943: Mussolini gestürzt

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1943: Mussolini gestürzt

Am 24. Juli 1943 sprach der "Faschistische Großrat" Italiens dem Diktator Benito Mussolini das Misstrauen aus und enthob ihn seines Amtes. Gleichzeitig begann die neugebildete Regierung Verhandlungen mit den Alliierten. Der 2. Weltkrieg war für Italien damit aber noch lange nicht zu Ende.

Die beiden Diktatoren Adolf Hitler und Benito Mussolini vertraten ähnliche Ziele. So halfen Italien und Deutschland dem faschistischen Diktator Francisco Franco 1936 im Spanischen Bürgerkrieg und bildeten wenig später die Achse Berlin-Rom. Hitler hatte in Mussolini den idealen Verbündeten für seine aggressive Außenpolitik gefunden. Bis 1939 vertraten beide Staaten eine gemeinsame antikommunistische Politik. Mit Gründung des Stahlpaktes im Mai 1939 wurde aus der Achse ein starkes militärisch-wirtschaftliches Bündnis.

Die frühen Jahre

Mussolini wurde am 29. Juli 1883 in Dovia di Predappio (Emilia Romagna) als Sohn des Schmieds Alessandro Mussolini und dessen Frau Rosa geboren. Seine Eltern steckten ihn in ein Internat, das er 1894 wegen eines Messerangriffs jedoch verlassen musste. Er wechselte auf die Oberschule, wurde Grundschullehrer und trat 1901 der Sozialistischen Partei Italiens (PSI) bei.
Schon ein Jahr später entzog er sich dem Militärdienst durch Flucht. In der Schweiz arbeitete er als Bauarbeiter, Sekretär und Übersetzer. Erst 1905 kehrte er nach Italien zurück und leistete doch noch seinen Militärdienst ab. Später arbeitete er wieder als Grundschullehrer, bis er 1909 begann, Arbeiterzeitungen zu verlegen. 1912 wurde er Chefredakteur der sozialistischen Tageszeitung "Avanti" in Mailand, deren Auflage bald darauf von 20.000 auf 100.000 Exemplare anwuchs.
Als erklärter Kriegsgegner musste er bis 1915 insgesamt elf Mal ins Gefängnis. 1915 heiratete er seine Lebensgefährtin Rachele Guidi, mit der er seit 1910 eine Tochter hatte.

Vom Sozialisten zum Faschisten

Im Oktober 1914 wechselte Mussolini plötzlich seine politischen Ansichten. Plötzlich trat er zu den Kriegsbefürwortern über und forderte nun die Teilnahme Italiens am Ersten Weltkrieg. Die PSI schloss ihn deshalb aus. Mussolini verließ die "Avanti" und gründete den nationalistischen "Popolo d´Italia". Bis zu einer schweren Verwundung im Jahr 1917 nahm er am Ersten Weltkrieg teil.
Nach dem Krieg gründete er den faschistischen Verband "fasci di combattimento" 1921 errangen die Faschisten bei den Wahlen zum italienischen Parlament 34 Sitze. Die "fasci" wurde zur Nationalfaschistischen Partei (PNF).
Ein Jahr später steckte Italien in einer tiefen innenpolitischen Krise. Nachdem Mussolini mit einem Marsch auf Rom und der Machtübernahme gedroht hatte, überging König Viktor Emanuel III. das Parlament und berief Mussolini zum Ministerpräsidenten.
Mussolini erließ neue Wahlgesetze. Bei den Parlamentswahlen 1924 erhielten die Faschisten eine Zweidrittelmehrheit. Der Aufbau der Diktatur begann. Die Dekrete des Königs unterstützten diese Entwicklung.

Der Diktator

Außer der PNF wurden 1926 alle Parteien verboten. Sondergerichte unterdrückten jede Art von Opposition. Mussolini überlebte in dieser Zeit mehrere missglückte Attentate. Mit dem "Faschistischen Großen Rat" gründete er 1928 jenes Gremium, das ihn 1944 absetzte. Die Lösung der Vatikanfrage und die Versöhnung mit der katholischen Kirche erhöhten das Ansehen Mussolinis im Volk. Am 11. Februar 1929 erkannten sich der Vatikan und Italien gegenseitig als eigenständige Staaten an.
Im Juni 1933 traf Mussolini in Venedig das erste Mal mit Adolf Hitler zusammen.

Der Kriegsherr

Um von innenpolitischen Problemen abzulenken, strebte Mussolini Italiens Vormachtstellung im Mittelmeerraum an. 1935 begann er einen Feldzug gegen Abessinien, das heutige Äthiopien und half den Faschisten im Spanischen Bürgerkrieg. Mit der Verkündung der Achse Berlin-Rom fühlte sich Mussolini gestärkt. Noch vor dem deutschen Überfall auf Polen, der den Beginn des 2. Weltkrieges markierte, besetzten italienische Truppen im April 1939 Albanien.
Am 10. Juni 1940 erklärte Italien Frankreich und Großbritannien den Krieg. Im Oktober griffen die Italiener Griechenland an.
Erst 1943 wendete sich das Blatt. Die alliierte Invasion auf Sizilien schwächte Mussolinis innere Position und machte ihn angreifbar. Am 24 Juli setzte der Faschistische Großen Rat den Diktator ab. König Viktor Emanuel III. ließ Mussolini verhaften.
In der Internationalen Presse stand die Entmachtung des italienischen Diktators auf allen Titelseiten und verdrängte den Bericht über den verheerenden Feuersturm, ausgelöst durch amerikanische Bomberverbände, der in der gleichen Nacht in Hamburg 30.000 Menschen getötet hatte.

Das Ende

Im September 1943 befreiten deutsche Fallschirmtruppen Mussolini aus seinem Gefängnis in den Abruzzen und brachten ihn nach Deutschland. Vom Gardasee aus bildete er eine faschistische Gegenregierung und versuchte die Herrschaft in Nord- und Mittelitalien wiederzuerlangen. Kurz vor dem Ende des Weltkrieges versuchte Mussolini nach Deutschland zu fliehen. Italienische Widerstandskämpfern nahmen ihn dabei fest.
Am 28. April 1945 wurden Benito Mussolini und seine Geliebte Clara Petacci am Comer See erschossen und öffentlich aufgehängt.

Auf der Seite des Deutschen Historischen Museums (DHM) findest du eine Biografie von Benito Mussolini...

und mehr über die Achse Berlin-Rom.

RR/DHM 21. 7. 2003

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