Er war der berühmteste Sprecher des deutschen Fernsehens. Vom 2. März 1959 bis zum 10.September 1987 präsentierte er jeden Abend pünktlich um 20 Uhr die "Tagesschau".
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"Guten Abend meine Damen und Herren." Dieser Satz war mehr als 28 Jahre lang mit einem ganz bestimmten Gesicht und einer Stimme verbunden: Karl-Heinz Köpcke, dem „Mr. Tagesschau“ oder „Mister 20 Uhr“, wie er von den Zuschauern auch genannt wurde.
Karrierestart bei Radio Bremen
Karl Heinz Köpcke wurde am 29. September 1922 in Hamburg als Sohn eines Technikers geboren. Gleich nach dem Abitur wurde er in den Kriegsdienst eingezogen. Seine berufliche Karriere begann 1946, bei Radio Bremen. Köpcke war zunächst Hörspielsprecher und moderierte eine Quizsendung.
Seriöse Art
Seine seriöse Art und seine sonore Stimme brachten Köpcke 1949 als Nachrichtensprecher zum Nordwestdeutschen Rundfunk, damals noch im Radio, denn der Fernsehbetrieb wurde erst Anfang der 50er Jahre aufgenommen.
Am 26. Dezember 1952 ging die Tagesschau zum ersten Mal auf Sendung – noch ohne Köpcke. In den Anfangsjahren wurde zusammengeschnittenes Filmmaterial der Neuen Deutschen Wochenschau verwendet. Die Nachrichten wurden nur aus dem so genannten OFF gesprochen, ein Sprecher war damals noch nicht im Bild. Das änderte sich dann mit dem 2. März 1959: An diesem Tag erschien zum ersten Mal ein gepflegter Mittdreißiger auf dem Schirm und las die Nachrichten: Sein emotionsloser Vortrag machte Karl-Heinz Köpcke zum Inbegriff seriöser Nachrichten: "Mr. Tagesschau" war geboren. 30 Millionen Zuschauer vertrauten von da an jeden Abend seiner Pünktlichkeit.
Ein echter TV-Star
Bald war Köpcke selbst so bekannt wie Fußballstar Uwe Seeler oder gar der Bundeskanzler. Die Klatsch- und Tratschspalten der deutschen Boulevardpresse beschäftigten sich mit seinen Anzügen, Krawatten, sogar einen vergessene Ehering, nichts blieb unbemerkt. Einmal erschien er nach dem Urlaub mit Oberlippenbärtchen auf dem Bildschirm. Die Nation protestierte: Der Bart muss weg, und tatsächlich war der Bart bald wieder ab. Es war die Zeit, als fast zwei Drittel aller Deutschen den Nachrichtensprecher für den Regierungssprecher oder den Bundespräsidenten hielten. Noch heute wird der Tagesschau Kraft ihrer Seriosität und Konstanz ein „Verkündungsmonopol“ nachgesagt, dem täglich zehn Millionen Zuschauer andächtig lauschen. Auch Köpckes (wenige) Versprecher wie "Bundesaußenseiter Willy Brandt" oder "Aufpitschmuttel" - wurden Tagesgespräch. Boulevardblätter titelten gleich: "War Köpcke blau?".
Teilzeitschriftsteller
Parallel zu seiner Arbeit, versuchte sich Köpcke auch als Schriftsteller. Seine 1973 erschienen Anekdotensammlung „Guten Abend meine Damen und Herren“ verkaufte sich gut 20.000 Mal. Bei seinem im Jahr darauf erschienenen Roman "Bei Einbruch der Dämmerung" blieb der Erfolg jedoch aus.
Nach 5.000 Sendungen in Rente
Als Chefsprecher der Tagesschau wurde Köpcke am 10.September 1987 nach über 5.000 Sendungen pensioniert. Nach seinem Abschied wollte er verreisen und sich mehr der Schriftstellerei widmen. Doch daraus wurde nichts, er war an Krebs erkrankt. Nach 19 Operationen war sein Lebenswillen gebrochen. Am 27. September 1991, zwei Tage vor seinem 69. Geburtstag, erlag er seinem Leiden.