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Charlie Chaplin: Hollywoods begnadetster Komödiant

Am 25. Dezember 1977 starb Charlie Chaplin – Hollywoods großartiger Slapstick-Komödiant. Mit Spazierstock, Melone und Schnauzbärtchen als Dauerausstattung spielte er sich in die Herzen von Fans aus aller Welt. Er wirkte in über 350 Filmen mit und führte zum Teil auch selbst Regie.

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charly_chaplin_b.jpgChaplin war der geborene Entertainer. Kein Wunder – stammte der Brite doch selbst aus einer Familie von Unterhaltungskünstlern. Der Vater arbeitete als Varietésänger, die Mutter als Imitatorin und Schauspielerin. Im Gegensatz zu seinen Eltern in London schaffte der begabte Charlie die ganz große Karriere.
 
Vom Varieté zum Film
 
Zugegeben: auch ein Charlie Chaplin hat einmal klein angefangen. Als junger Mann wanderte er nach Amerika aus, um sich als Tänzer, Sänger und Pantomime durchzuschlagen. Als der aufstrebende Nachwuchskünstler in einer Bühnenshow den betrunkenen Randalierer gab, saß Mack Sennet, der Boss der erfolgreichen Keystone-Studios im Publikum. Glück für Chaplin – er wurde vom Fleck weg engagiert und für die Leinwand entdeckt.
 
Ein Spaßmacher wird Superstar
 
In nur einem Jahr wirkte der tragisch-komische Spaßmacher in 35 Slapstickkomödien mit - für magere 175 Dollar die Woche. Aber mit dem Effekt, dass das Publikum den neuen Kinostar auf Anhieb in sein Herz schloss. Chaplin wechselte nach nur zwölf Monaten zur Konkurrenz, verdiente jetzt schon 1250 Dollar und hatte mehr Zeit für seine Projekte. Mit dem „Tramp“, seinem ersten großen Meisterwerk, war ein neuer Superstar geboren.
 
Nur einen Oscar

 
Obwohl Charlie Chaplin die Kinokassen nur so zum Klingeln brachte war das Verhältnis des offiziellen Amerika gegenüber dem „armen“ kleinen Engländer seltsam zwiespältig. Zwar war sein Name inzwischen weltweit ein Aushängeschild für das amerikanische Kino, zwar hatte er eine erfolgreiche Hollywoodgesellschaft (United Artist Corporation) gegründet, zwar galt sein Film „Goldrausch“ (1925) als bis dahin erfolgreichster Film aller Zeiten – und doch gewährte man ihm mit spitzen Fingern nur einen „Oscar für Vielseitigkeit und Genie“ Für keinen seiner Filme hat er jemals die hohe Auszeichnung der Academy erhalten.
 
Chaplin imitiert Hitler
 
Nachdem Chaplin noch 1937 mit „Moderne Zeiten“ einen Stummfilm abgeliefert hatte, öffnete er sich mit „Der große Diktator“ (1940) spät dem Tonfilm. Dieser Streifen ist dafür bekannt, dass der talentierte Komiker darin Adolf Hitler imitierte. Zwar nicht offen ausgesprochen, aber für jedermann ersichtlich.
 
Beliebt - doch nicht amerikanisch genug
 
 chaplin_vevey

Foto: Diese Chaplin - Statue befindet sich in Vevey in der Schweiz.
 
 
 
Trotz seiner Hitler-Satire war der Komiker dem offiziellen Amerika ein Dorn im Auge - übte er doch immer wieder auch Kritik an der Politik seiner Wahlheimat. Außerdem wurde er als Kriegsgegner vom FBI misstrauisch beobachtet und musste sich mehrere Male vor dem Komitee für unamerikanische Aktivitäten verteidigen.
 
Als er 1952 für einen Kurzbesuch nach England reiste, verwehrte ihm der Chef des amerikanischen Geheimdienstes die Rückkehr. Chaplin beschloss daraufhin in Europa zu bleiben und wohnte fortan in der Nähe des Genfer Sees.

 
Später Vater
 
Neben seinen Spielfilmen war und ist Charly Chaplin besonders für sein ausschweifendes Beziehungsleben bekannt. Er hatte vier Ehefrauen und unzählige Kinder. Mit Oona, der Tochter des berühmten amerikanischen Dramatikers Eugene O`Neill, bekam er allein acht Kinder, sein letztes mit weit über 70. Tochter Geraldine stieg als einzige in die Fußstapfen des Vaters und wurde eine begabte Schauspielerin.
 
Unsterblich durch seine Filme
 
Auch in späten Jahren drehte der Engländer mehr oder minder erfolgreich Kinofilme. Doch der Höhepunkt seiner Karriere war überschritten. In Erinnerung bleibt Chaplin vor allem mit früheren Werken – neben den bisher genannten vor allem mit „Der Vagabund und das Kind“ (1920) „Lichter der Großstadt“ (1931) und „Rampenlicht“ (1952). Seine Filme werden ihn für immer unsterblich machen.
 
Nic – 25.12.2002 / aktualisiert: lm - 17.12.07 / Statue: GNU: Vodimivado; Bildquelle Cover: Charles Chaplin – die Geschichte meines Lebens, erschienen im S. Fischer Verlag.


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