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"GZSZ" - Die Kultsoap im deutschen TV

Preisfrage: Für welche deutsche Serie wurden bis heute 138.875 Drehbuchseiten und 39 Erpresserbriefe verfasst ? 5.103 Blumensträuße gebunden, 1.324 Lippenstifte verbraucht und 11 Liter Filmblut angerührt? Das kann nur die Herz-Schmerz-Seifenoper„Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ sein - von eingefleischten Fans nur lässig „GZSZ“ genannt.

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Seit der Erstausstrahlung am 11. Mai 1992 ist Deutschlands erste eigenproduzierte „Daily-Soap“ zum absoluten Kult geworden und hat Konkurrenten wie „Verbotene Liebe“ oder „Marienhof“ auf die Plätze verwiesen. Über 3.500 wurden bereits abgedreht. Das ist absolut rekordverdächtig. Keine zweite deutsche Serie hat es bisher auf so viele Episoden gebracht.
 
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Mit Abstand an der Spitze
 
Während andere Seifenopern nach kurzer Zeit wieder vom Bildschirm verschwanden hat sich die RTL-Produktion zum absoluten Dauerbrenner entwickelt. In der Beliebtheitsskala verteidigt die nach australischem Vorbild verfasste Soap unangefochten die Spitzenposition. Jeden Tag versammeln sich durchschnittlich 4,3 Millionen Zuschauer um 19.40 Uhr vor der Glotze, um mit ihren TV-Lieblingen eine halbe Stunde lang durch die Höhen und Tiefen des Lebens zu gehen.
 
Fünf Folgen am Stück
 
Und sogar das Wochenende ist seit kurzem keine „GZSZ“-freie-Zone mehr. Nachdem der Sendetermin bisher auf Montag bis Freitag beschränkt war, können sich ganz Hartgesottene am Samstag Vormittag noch einmal alle fünf Folgen am Stück reinziehen oder eine „Bildungslücke“ aus der vergangenen Woche schließen.
 
Jung und alt vor der Glotze
 
Aber wie schafft es eine Serie tagtäglich Teens und Twens, aber auch wesentlich ältere Zuschauer vor dem Fernseher zu vereinen? Am guten Sendeplatz allein kann es nicht liegen. Und auch das Konzept der Soap unterscheidet sich nicht wesentlich vom Angebot der Öffentlich-Rechtlichen. Hier wie da wird geliebt, gehasst, gelebt, belogen, betrogen, geheiratet, intrigiert, entführt, gemordet und gestorben. Im Fall von GZSZ fiebern die Fans mit einer jungen Clique aus Berlin.
 
Mode, Trends und Gerhard Schröder
 
Vielleicht ist es dass Geheimnis von GZSZ, dass die Macher der Serie immer am Puls der Zeit sind. Es werden nicht nur aktuellste Ereignisse eingeflochten, sondern auch die hippesten Mode- und Musiktrends vermittelt. Der regelmäßige Auftritt prominenter Gäste ist für viele Zuschauer ebenfalls ein Grund zum Einschalten. In den letzten Jahren haben sich u.a. Thomas Gottschalk, Herbert Feuerstein und sogar der Kanzler höchstpersönlich die Ehre gegeben, um in kleineren Gastrollen mitzuwirken.
 
Das große Sterben
 
Insgesamt waren bisher fast 3.000 Darsteller in der Serie zu sehen. Ein enormer Verschleiß, der aber keinen echten Fan zu stören scheint. Von der Originalcrew sind bis heute nur zwei Schauspieler übriggeblieben. Die anderen haben sich über kurz oder lang aus dem Drehbuch rausschreiben lassen. Deshalb geht es bei GZSZ auch spektakulärer zu als im wahren Leben. Schon 26 Figuren mussten ihr Leben lassen und noch viel mehr sind weggezogen oder auf geheimnisvolle Weise verschwunden, weil sie die Serie verlassen wollten.
 
Soap als Sprungbrett
 
Trotzdem hat das RTL-Castingbüro keinerlei Nachwuchssorgen. Täglich gehen unzählige Bewerbungen ehrgeiziger Nachwuchstalente ein, die eine Soaprolle als Sprungbrett betrachten.Viele wollen sich mit dem gut bezahlten Engagement eine spätere Schauspielausbildung finanzieren, andere träumen von einer Showkarriere à la Jeanette Biedermann oder Oli P. Die Anforderungen sind eigentlich gar nicht so groß - vorausgesetzt man hat eine dialektfreie Aussprache und schon ein wenig Bühnenerfahrung als Model oder Laiendarsteller. Blendendes Aussehen kann natürlich auch nicht schaden.
 
Auf den Spuren von Marlene & Co.
 
Wer es zu „GZSZ“ geschafft hat, dreht montags bis freitags in zwei hochtechnischen Studiokomplexen in Potsdam-Babelsberg. Dort, wo einst die UFA-Stars Marlene Dietrich und Hans Albers vor der Kamera standen. Nur für Außenszenen geht es zweimal die Woche zu verschiedenen Locations nach Potsdam oder Berlin.
 
Harter Drehtag
 
Ein Arbeitstag am Set ist ganz schön anstrengend. Damit jeden Tag eine neue Folge im Kasten ist, müssen die Schauspieler und das rund 100-köpfige Produktionsteam ziemlich ranklotzen. Arbeitsbeginn am Drehort ist zwischen 7 und 8 Uhr. Wer in den ersten Szenen gebraucht wird, muss schon um halb sieben in der Maske sitzen. Die letzte Klappe fällt selten vor 18.45.
 
Schauspiel-Coaching
 
Zeit zum Üben gibt es für die Darsteller kaum. Jede Szene wird drei- bis viermal geprobt und durchschnittlich weitere dreimal gedreht bis sie perfekt ist. Für schwierigere Passagen steht den Nachwuchsstars ein Schauspiel-Coach zu Verfügung. Das hat natürlich nichts mit einer echten Ausbildung zu tun, aber mehr ist unter diesem extremen Zeitdruck einfach nicht drin. Dass dabei die schauspielerische Qualität oft auf der Strecke bleiben muss, versteht sich von selbst. Aber darüber sehen die Fans großzügig hinweg.
 
GZSZ im Internet
 
Natürlich hat eine solch erfolgreiche Serie wie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ auch eine Menge Fanpages im Internet. Falls ihr Lust zum Weitersurfen habt, hier eine Auswahl:
 
Die offizielle Homepage findet ihr hier.

 
Nic -22.06.2004 / Foto mit freundlicher Genehmigung von RTL

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