Am 3. November 1956 zeigt das deutsche Fernsehen zum ersten Mal Werbung. Die Verantwortlichen wollten mehr Geld verdienen, die Sendezeiten für die TV-Werbung waren damals noch streng geregelt.
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Am Anfang durfte nur eine halbe Stunde Werbung pro Tag ausgestrahlt werden und zwar nur zwischen 19 Uhr 30 und 20 Uhr.
Von der großen Leinwand ins Pantoffelkino
Der Bayerische Rundfunk war der erste Sender, der Fernsehwerbung ausstrahlte. Im ersten Werbespot waren Liesl Karlstadt und Beppo Brehm zu sehen. Die Fernsehsendung damals hieß „Zwischen halb und acht“. Man zeigte eine bewährte Mischung – eine Handvoll Spots, die bereits im Kino gezeigt worden waren.
Echte Klassiker waren darunter, wie die Persilwerbung, bei der ein Paar in den besten Jahren gemeinsam Essen geht. Die Stimmung ist gut, bis dem Mann ein Missgeschick passiert ...
Oder der Werbespot von Dr. Oetker mit „Renate“. Die erfundene Ratgeberfigur stand den Frauen mit Rat und Tat zur Seite. Sie war behilflich wenn es darum ging, das häusliche und leibliche Wohl ihrer Lieben zu vergrößern, natürlich ganz im Sinne von Dr. Oetker.
Werbung in den 50ern
Die Werbung in den 50er Jahren war – wie das gesellschaftliche Leben auch – konservativ. Das galt nicht nur für die ältere Generation, sondern auch für die Jugend.
Frauen standen oft im Mittelpunkt der Werbefilme. Das hatte auch einen wichtigen Grund, denn in der Regel entschieden die Frauen über das knappe Haushaltsgeld.
Lebensmittel, Autos und Haushaltsartikel waren in den 50er Jahre im Werbefernsehen besonders erfolgreich. Produkte wie die von Dr. Oetker, Tütensuppen, Soßenbinder oder Filterkaffe sollten die Arbeit in der Küche schneller machen und Staubsauger und Wischtücher die Hausarbeit erleichtern.
Die frühen Werbefilme verzichteten – ganz anders als heute – auf das Bunte und Auffallende, dementsprechend „normal“ waren auch die dargestellten Figuren.
Was ist Werbung?
Der eine nennt es Verführung, der andere Information. Manche ärgern sich über TV-Spots im Fernsehen, andere freuen sich über die Tricks und Gags.
Werbung spielt auf alle Fälle eine wichtige Rolle in der Wirtschaft und im öffentlichen Leben. Es gibt Anzeigen in der Presse, Werbespots im Radio, das Werbefernsehen, Werbung auf Plakaten, Prospekten und Katalogen, Schaufensterauslagen, Flugblätter und vieles mehr.
Wenn wir beim Frühstück das Radio einschalten, hören wir Werbung. Schlagen wir die Zeitung auf, sehen wir Werbung, auf dem Weg zum Schulbus begegnen uns Großplakate oder Werbeaufschriften auf dem Auto. Wenn wir vor dem Fernseher sitzen: wieder Werbung. Wo immer wir sind, Werbung ist mit dabei.
Wie wird Werbung gemacht?
Werbung hilft, etwas zu verkaufen. Deshalb geben Unternehmen auch große Summen für Werbung aus. Früher reichte es, wenn der Kaufmann mit Farbe auf sein Schaufenster schrieb: „Heute frische Bananen“.
Heute müssen Unternehmen zusammen mit Werbefachleuten ausgeklügelten Strategien entwickeln, um das gleiche Ziel zu erreichen. Ein Hersteller will ein neues Produkt auf den Markt bringen, das der Verbraucher, also jeder einzelne von uns, kaufen soll.
Dafür werden zuerst Untersuchungen angestellt. Produktnutzen, Preis, Verpackung, Qualität und Name sind wichtig. Dann legt das Unternehmen die Werbe- und Verkaufsstrategie fest.
Es wird eine Werbekampagne entwickelt und Texter und Grafiker setzen das Konzept um. Schließlich sorgen die Werbeträger, also das Fernsehen, Radio oder Presse, dafür, dass der Verbraucher die Werbung sieht, hört oder liest.
Wenn ihr oder eure Eltern dann das entsprechende Produkt kaufen, hat die Werbung funktioniert.
Der Weg zum Kühlschrank
Die Fernsehsender, vor allem die privaten, sind auf Werbung als Einnahmequelle angewiesen. Deshalb senden sie so viele Werbespots und unterbrechen sogar die gezeigten Filme und Sendungen mehrmals.
Manche Zuschauer ärgern sich über diese Unterbrechung, andere dagegen freuen sich sogar über die kurzen Pausen, weil sie während der Unterbrechung auf die Toilette gehen können oder sich etwas zu trinken holen können, ohne etwas zu verpassen.