Jedes Jahr ist gegen Ende des Sommers in Venedig großes Schaulaufen angesagt. Dann treffen sich Filmleute aus aller Welt am Lido, um neue Filme zu sehen und Preisträger in verschiedenen Kategorien zu bestimmen. Als Trophäe winkt der Goldene Löwe.
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Besonders wegen seiner einzigartigen Kulisse lockt Venedig jedes Jahr Stars und Filmschaffende aus aller Welt an, die hier ihre neuesten Streifen präsentieren. Zentrum der Veranstaltung ist der exklusive „Lido“, ein der Lagunenstadt vorgelagertes Inselchen, wo bevorzugt in den 20er und 30er Jahren gut betuchte Touristen ihren Badeurlaub verbrachten.
Woody Allen ist Dauergast
Neben Cannes, Berlin, Montreal, Chicago, Moskau und Karlovy Vary gehören die Filmfestspiele von Venedig zu den bekanntesten und wichtigsten Festivals der Welt. Starregisseure wie Woody Allen und Robert Altman sind auf dem Lido gern gesehene Dauergäste. Doch auch Jungautoren und Nachwuchsfilmer bekommen ihre Chance. Seit 2001 wird ein Preis im Bereich Gegenwartskino vergeben.
Wer bekommt den "Goldenen Löwen"?
Obwohl das Festival auch die Sparten Dokumentarfilm, Kurzfilm, Klassiker etc. berücksichtigt, stehen die Kategorien „Wettbewerb“ und „Außer Konkurrenz“ eindeutig im Mittelpunkt des Interesses. 20 überwiegend europäische – zunehmend aber auch asiatische, australische und amerikanische Produktionen – werden eingeladen und kämpfen im Wettbewerb um die Gunst des Publikums und die Haupttrophäe, den goldenen Löwen. Daneben laufen zahlreiche internationale Neuproduktionen im Rahmenprogramm.
Stilvolle Atmosphäre
Nicht nur das Programm der "mostra del cinema" ist künstlerisch besonders hochwertig, auch die Filmvorführungen haben Stil. Die meisten Präsentationen finden im stimmungsvollen „Palazzo del cinema“ (= Filmpalast) statt. Einige Beiträge werden jedoch auch auf Plätzen im historischen Zentrum gezeigt. Viele Touristen reisen deshalb extra in den ersten Septembertagen an.
Neuer Direktor ab 2002
2002 war ein großer Einschitt in der Geschichte des Filmfestivals von Venedig: Zum ersten Mal seit über 50 Jahren stand die traditionsreiche Veranstaltung nicht mehr unter der Leitung eines Italieners. Mit Moritz de Hadeln, einem gebürtigen Engländer, der in Italien und Frankreich aufwuchs, ist allerdings ein erfahrener Mann in die Lagunenstadt gekommen. Vor seinem Engagement in Venedig war er 22 Jahre Direktor der Berlinale, zuvor betreute er das Festival von Locarno.
Mehr Glamour
Für die Zukunft hat sich der neue Chef einiges vorgenommen: Ihm geht es vor allem darum, mit künstlerisch anspruchsvollen Filmen und noch mehr Glamour von sich reden zu machen. Nachdem die starke Konkurrenz aus Cannes Venedig in den letzten Jahren immer mehr ins Abseits zu drängen drohte, setzt de Hadeln auf neues venezianisches Selbstbewusstsein.
Die Geschichte des Festivals
Schließlich hat Venedig einen Ruf zu verteidigen. Immerhin ist das Filmfest in der Lagunenstadt, das seit 1932 im Rahmen der Kunstschau Biennale stattfindet, das älteste der Welt und neben Cannes und Berlin das wichtigste auf dem europäischen Kontinent.
Text: M. Michalla / Fotos: N. Schell