Synchronsprecher werden hoffnungslos unterschätzt. Sie sorgen dafür, dass für uns alle Schauspieler Deutsch sprechen, als wären wir in einem globalen Dorf. Bei der Synchronisation wird der gesprochene Text in ausländischen Filmen ins Deutsche übersetzt und den ausländischen Schauspielern "über die Lippen gelegt“. Ein solcher Film ist für die Zuschauer angenehmer und komfortabler zu sehen. So werden mehr Menschen ins Kino gelockt, und damit dann auch mehr Geld verdient.
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Ein Film ist perfekt synchronisiert, wenn der Zuschauer keine Sekunde das Gefühl bekommt jemand Anderen zu hören als die Person, die er sieht. Die Synchronschauspieler müssen alle Emotionen und charakterlichen Eigenschaften der Rolle allein mit ihrer Stimme wiedergeben und das auch noch exakt zu den Lippenbewegungen. Das ist natürlich wegen der unterschiedlichen Aussprachen nicht immer möglich. Zum Beispiel Shakespeares "To be or not to be!", das man mit "Sein oder nicht sein!" übersetzt, oder "I love you." - "Ich liebe dich.". Gleichzeitig muss der Text ja noch inhaltlich stimmen. Damit der Gesamteindruck passt, müssen Abstriche in Betonung und Inhalt gemacht werden.
Durchschnittlich 400 "Takes"
Für ihre Arbeit im Dunkeln erhalten Synchronsprecher rund 150 Mark Anfahrtsgeld und danach ein Honorar von rund fünf bis zehn Mark pro Sprachsequenz, auch Take genannt. Ein Hollywood-Film wird zur deutschen Übersetzung in durchschnittlich 400 Takes zerlegt.
Lange Tradition in Deutschland
In Deutschland hat das Synchronisieren eine lange Tradition. Schon vor dem 2. Weltkrieg wurden ausländische Filme synchronisiert. Während des Krieges war die kurze Geschichte der Synchronisation unterbrochen, denn natürlich kamen durch die Nationalsozialistische Zensur keine (oder kaum) Filme aus dem Ausland zu uns. Nach dem Krieg gab es in Ost- und Westdeutschland einen regelrechten "Synchronboom", die Deutschen hatten ja einiges nachzuholen. In der DDR gab es sogar Schulen, an denen das Kunsthandwerk der Synchronisation gelehrt wurde.
Qualität nimmt ab
Mit dem Fall der Mauer sind diese professionellen Ausbildungsplätze leider weg rationalisiert worden. So hat man die Chance verpasst, die Qualität der Synchronisation weiterhin auf hohem Niveau zu halten. Heute engagieren schlechte Synchronisationsfirmen oft Anfänger als Sprecher. Die Synchronisation wird schlampiger, das Honorar und die Zeit zum Synchronisieren hat sich halbiert. Eine Entwicklung, die den Gegnern von synchronisierten Filmen in die Hände spielt. Für sie ist nur ein Film im Originalton ein guter Film.