Er wiegt drei Kilo, ist 34,3 Zentimeter groß, besteht aus Nickel, Kupfer und Silber und ist mit 24 Karat Gold überzogen: Der Oscar – weltweit heiß begehrter Filmpreis aus den USA. Jedes Jahr im März werden die gewichtigen Statuen in einer feierlichen Zeremonie in Los Angeles übergeben.
- Anzeige -
Offiziell heißt die Trophäe übrigens: „The Academy Award of Merit“ – den Namen Oscar bekam sie in den 30er Jahren. Wie es zu dieser Bezeichnung kam wird wohl nie ganz geklärt werden. Gleich mehrere Personen beanspruchten damals einen der berühmtesten Markennamen der Welt ins Leben gerufen zu haben. Die Figur in Form eines Ritters soll sie angeblich an einen Bekannten, Ehemann, Onkel etc. namens „Oscar“ erinnert haben.
Geheimniskrämerei
Erfunden wurde der Preis 1927 von Louis B. Mayer, dem damaligen Präsidenten der Metro-Goldwyn-Mayer-Studios. Zwei Jahre später fand dann die erste Preisverleihung statt, bei der u.a. der deutsche Schauspieler Emil Jannings ausgezeichnet wurde. In den Anfangsjahren waren die Namen der Preisträger übrigens schon Monate vor der eigentlichen Verleihung bekannt. Erst ab 1941 wurden die versiegelten Umschläge erst während der Galaveranstaltung geöffnet.
Immer mehr Kategorien
Als der Oscar noch in den Kinderschuhen steckte, wurden lange nicht so viele Preise vergeben wie heute. Ursprünglich gab es nur Auszeichnungen für die besten Schauspieler, den besten Film, Regisseur, Autor , Kameramann und Art Director. Dazu kamen schon damals die so genannten „spezial awards“ für besondere technische Finessen. Die gingen 1929 z.B. an Warner Brothers, die mit dem Musical "Der Jazzsänger" den ersten Tonfilm der Welt produziert hatten.
Zu diesen ersten Preiskategorien kamen nach und nach die Auszeichnungen für Nebendarsteller, Nebendarstellerin, Schnitt, Musik, Song, fremdsprachiger Film (1947, erster Preisträger der italienische Film "Schuschia"), Kostüm, Soundeffekte, visuelle Effekte und Make-up. Außerdem vergibt die Academy den Irving G. Thalberg Memorial Award für durchgehend hohe Produktionsqualität, den Jean Hersholt Humanitarian Award, den Gordon E.Sawyer Award für technische Beiträge und Ehrenoscars für das Lebenswerk eines Künstlers.
Die Jury
Aber wer bestimmt eigentlich welcher Film oder welcher Schauspieler einen Goldjungen mit nach Hause nehmen darf? Zu diesem Zweck wird eine so genannte Jury eingesetzt. Dabei handelt es sich nicht um einen kleinen, elitären Club, sondern um rund 6.000 stimmberechtigte Mitglieder der Academy. Wer diesem Gremium genau angehört ist streng geheim. Fest steht nur, dass darunter 1.300 Schauspieler sein sollen. Insgesamt gehören der Academy 13 verschiedene Berufsgruppen an. Darunter sind von Regisseuren bis Tontechnikern, von Kameramänner bis Kostümbildnerinnen alle Spezialisten vertreten, die zur Entstehung eines Films beitragen.
Kino bis zum Abwinken
Wer dem auserwählten Gremium angehört, hat einen großen Vorteil: er kann – für einen Jahresbeitrag von 150 Dollar - so oft ins Kino gehen wie er möchte. Und zwar nicht in irgendein Kino, sondern in den privaten, ultra modernen Vorführraum der Academy. Übrigens: die Mitgliedschaft in dem Gremium ist eine Ehre auf Lebenszeit. Das erklärt auch das hohe Durchschnittsalter der Richterinnen und Richter, über das immer wieder heftig diskutiert wird. Viele Kritiker meinen, dass aus diesem Grund inhaltlich provokante oder künstlerisch anspruchsvolle Filme keine Chance bekommen.
"Ben Hur" und "Titanic" als Rekordhalter
Der Oscar für den besten Film ist übrigens die bedeutendste aller Trophäen. Deshalb wird dieser Preis – gewissermaßen als Höhepunkt – immer am Ende der Veranstaltung verliehen. Den Rekord in dieser Kategorie hielt fast vierzig Jahre der Film „Ben Hur“, der 1960 elf Statuen abräumte. Erst 1998 konnte James Camerons „Titanic“ gleichziehen.