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Lexikon: Motion Capture

Motion Capture ist eine ausgefeilte Computer - Animations - Technik, mit der die Bewegungen eines Schauspielers mittels reflektierender Körpermarkierungen und Hochgeschwindigkeits-
kameras aufgenommen werden.

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Auch Theo, Tess und Quentin, die drei animierten Figuren aus WAS IST WAS TV, werden mit Hilfe dieses Verfahrens lebendig gemacht. Wie das Fragezeichen, das Ausrufungszeichen und der freche Punkt durch Motion Capture in Szene gesetzt werdene, möchten wir euch hier erklären.
 
Früher wurden Figuren belebt, indem man sie als Modell in ganz kleinen Schritten bewegte. Jeder dieser Schritte wurde fotografiert und zwar mit 24 Bildern in der Sekunde. So entstand eine Sequenz mit gleichbleibender Bewegung und gleichbleibender Schärfe. Das wirkt auf uns aber unnatürlich, weil wir beim Betrachten real gedrehter Szenen immer die Teile unscharf sehen, die sich bewegen. Diese Bewegungsunschärfe nennt man „motion blur“. Soll eine Bildfolge mit Figuren also echt wirken, muss auch diese Unschärfe mit in die Animation einbezogen werden.
 
Motion-Capture (auf Deutsch „das Einfangen von Bewegungen“) ist eine Technik Figuren und ihre Bewegungen sehr wirklichkeitsnah aufzunehmen. So wie bei Theo und Tess. Die beiden werden von Schauspielern in hautengen, schwarzen Anzügen verkörpert. Spezielle Hochgeschwindigkeitskameras nehmen auf, wie die beiden Akteure sich innerhalb eines auf dem Boden eingezeichneten Koordinatennetzes bewegen. Diese Koordinaten wurden vorher auf einen Computer übertragen. Außerdem wurden auch die Körper der Schauspieler genau vermessen.
 
Jeder Akteur bekommt 41 Referenzpunkte mit Reflektoren markiert. Diese Referenzpunkte, wie zum Beispiel die Knie, Ellbogen, Hüfte, Stirn oder Schulter entsprechen bestimmten Punkten am „Körper“ des Frage- und des Ausrufezeichens. Mit Hilfe von Infrarotlicht werden die Bewegungen dieser Reflektorpunkte aus verschiedenen Blickwinkeln aufgenommen und auf ein Computerprogramm übertragen. 12 fest eingestellte Kameras nehmen pro Sekunde 50 Bilder auf um eine Bewegung aus den unterschiedlichen Blickwinkeln zu verfolgen.
 
All diese Daten werden in den Computer eingespielt. Der Computer überträgt nun diese Punkte in einem aufwändigen Verfahren auf ein Markierungspunkt-Skelett der Figuren. Aus Punktkoordinaten werden dreidimensionale Strichmännchen, die noch eine äußere Schale oder „Haut“ übergezogen bekommen.
 
23.04.2003

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