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Lexikon: Laterna magica

Mit der Erfindung der Laterna magica wurde im 18. Jahrhundert die Grundlage für die spätere Entwicklung des Kinos gelegt. Wie dieser Apparat funktioniert, möchten wir euch hier erklären.

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Bei der Laterna magica handelt es sich gewissermaßen um die Urform des modernen Diaprojektors. Mit Hilfe dieses Apparats konnten im 18. Jahrhundert zum ersten Mal Bilder auf eine Leinwand projiziert werden.
 
Doch die Entdeckung der Zauberlaterne reicht noch weiter zurück. Bereits 1671 hatte der deutsche Gelehrte A. Kirchner das Geheimnis um die Laterna magica gelüftet, die erste Zeichnung stammt von 1686.
 
Kirchner beschrieb eine Vorrichtung, mit der man kleine, auf Glasplatten gemalte Bildchen auf einer weißen Leinwand abbilden konnte. Dazu setzte man eine Lichtquelle, deren Wirkung durch einen Hohlspiegel verstärkt wurde, in einen kleinen Kasten. Die bemalten Glasplatten wurden nun, auf dem Kopf stehend, zwischen die Kerze und die einzige Lichtöffnung des Kastens geschoben. Eine Sammellinse vor der Öffnung bündelte das durch das Glasbild scheinende Licht, so dass in einem verdunkelten Raum ein deutliches Bild gegen die Wand geworfen werden konnte.
 
Vor allem Magier und Scharlatane nutzten die Erfindung im 18. Jahrhundert, um ihrem Publikum den abgeblichen Auftritt von Teufeln, Gespenstern und herbeigerufenen Toten vorzugaukeln. Weißer Rauch machte die Inszenierung noch effektvoller und unheimlicher. Der Einsatz der Laterna magica blieb freilich im verborgenen.
 
Im aufgeklärten 19. Jahrhundert verwendeten Wissenschaftler die Zauberlaterne, um ihre Vorträge durch Bildmaterial aufzulockern. Wohlhabende Bürger leisteten sich die inzwischen zu Guckkästen umfunktionierten Apparate als Spielzeug, mit denen man die unterschiedlichsten optischen Effekte erzielen kann.
 
Zu den interessantesten gehören die so genannten Verwandlungsbilder. Diese sind so bemalt, dass der Betrachter eine gewöhnliche Abbildung sieht, wenn der Kastendeckel geöffnet ist und das Licht auf die Vorderseite des Bildes fällt. Schließt man den Deckel nach und nach und öffnet gleichzeitig die Rückwand des Gerätes, so verwandelt sich durch das nun von hinten einfallende Licht die Szenerie: Nacht bricht herein, Lichter gehen an, und Dinge erscheinen im Dunkel, die zuvor nicht da gewesen sind. Diese Wirkung wird erreicht, indem Teile des Bildes transparent gemalt sind
 
Auch die erste öffentliche Filmvorführung der Brüder Lumière 1895 in Paris hätte es ohne die Laterna magica wahrscheinlich nicht gegeben. Die Filmpioniere nutzten sie als Lichtwerfer für ihre Filmprojektion. Erst später wurde die Zauberlaterne durch den Cinematographen verdrängt, der statt stillstehender endlich bewegte Bilder auf die Leinwand zauberte.

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