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Lexikon: Horrorfilm

Freunde des Horrorfilms lieben vor allem eines, den Nervenkitzel.
Dabei spielen Gefühle eine große Rolle, z.B. Angst und Hass, aber auch Liebe. Und weil Angst eine Emotion ist, die in der realen Welt einen in der Regel unangenehmen Grund hat, genießen wir es im Kino zu sitzen, um dort in einer anderen Welt gemütlich und folgenfrei Angst haben zu dürfen.


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Geburt des Horrors
 
Die Lust an der Angst im Film ist so alt wie das Kino selbst. Bereits 1920 kam Stummfilm „Das Kabinett des Dr. Caligari“ in die Kinos. Zum ersten Mal war das Publikum mit Visionen des Verlusts der Kontrolle und des Wahnsinns konfrontiert. Der klassische Horrorfilm war geboren.
 
Monster en masse
 
Weitere Meilensteine des Horrorfilms wurden in Hollywood in den 30er Jahren gesetzt. Den Anfang machte der Tonfilm "Dracula" mit Bela Lugosi in der Titelrolle. Sein starker ungarischer Akzent verbreitete Angst und Schrecken in den Kinosälen. Beeindruckt vom Riesenerfolg des Gruselschockers starteten die Filmstudios eine Serie von Monsterfilmen, wie zum Beispiel „Frankenstein“, „Die Mumie“ und etwas später „Der Wolfsmensch“. Die Kinoleinwand war damals bis zum Rand gefüllt mit unsichtbaren Männern, ungelenken Riesenaffen, durchgeknallten Wissenschaftlern und untoten Aristokraten.
 
Monster im Kopf
 
1960 ist für die Geschichte des Horrorfilms ein äußerst wichtiges Datum: Alfred Hitchcocks „Psycho“ und veränderte die Kinowelt. Bisher gruselte man sich vor klassisch-fantastischen Gestalten wie Vampiren, Werwölfen und Konsorten. Jetzt wurde auf einmal die menschliche Psyche die Quelle der Angst. Alfred Hitchcock zum Beispiel brachte es in diesem Metier mit seinen Filmen zur Perfektion. Daneben verstand es besonders der polnische Regisseur Roman Polanski sein Publikum mit Filmen wie „Rosemary´s Baby“ mit dem zu schockieren, was man nicht sieht, sondern sich vorstellen muss.
 
Schlitzende Monster
 
In den 70er Jahren wurde das Schocken durch möglichst brutale Gewaltdarstellungen modern. Der Film „Das Kettensägenmassaker“ ist hier ein gutes Beispiel. Durch ihn entstand 1974 das Genre des Splatterfilms. "Splatter", kommt aus dem Englischen und heißt spritzen oder klecksen. Splatterfilme sind billige Horror- und Actionfilme, in denen sehr viel Blut spritzt.
 
Marktlücke Teenie-Splatter
 
Bereits einige Jahre später änderte sich das mit den sogenannten Teenie-Splatterfilmen. Im Grunde kehrte man zurück zu den Anfängen der Monsterfilme; Nur die Opfer waren jetzt jünger und die Monster Psychopathen. Damit ließ sich unglaublich viel Geld verdienen: Neben Fortsetzungsreihen wie „Freitag, der 13te“ und „Nightmare on Elmstreet“ existieren allein acht Halloween-Filme.
 
Monster mit Humor
 
Mitte der Neunziger Jahre erlebten die Teenie-Schlitzer-Filme mit „Scream“ (1996) noch mal neuen Aufwind. Diesmal wurde ganz bewusst mit der einfachen Struktur der Streifen gespielt und die ohnehin vorhandene unfreiwillige Komik bewusst eingesetzt.
Man sieht also, dass der Horrorfilm eine Geschichte hat, die bis an den Ursprung des Filmemachens zurückreicht. Schon lange ist der Horrorfilm nicht mehr aus den Kinos wegzudenken. Jüngere Erfolge dieses Genres wie „The Sixth Sense“ (1999) und „The Others“ (2001) zeigen, dass das Geschäft mit dem Gruseln nach wie vor gut geht.
 
Foto: "Film! Das 20. Jahrhundert" mit freundlicher Genehmigung des Prestel Verlags München.

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