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Um sich vor der Verfolgung durch die Polizei zu schützen, bildeten die Schwarzen Banden, die sich vor allem in den Straßen von Rio de Janeiro erbitterte Kämpfe lieferten. Aus diesem Grund sank die Capoeira zu einem Verbrechen ab, statt sich zu einem charakteristischen afro-brasilianischen Sport zu entwickeln. 1823 wurde Capoeira offiziell verboten.
Trotz des Verbotes waren in Salvador schon um 1932 die ersten Capoeira-Schulen gegründet worden. Mestre Bimba kreierte durch Hinzufügen weiterer, stark von asiatischen Kampfsportarten beeinflusster Bewegungen einen neuen Stil, die Capoeira Regional. Seither gibt es zwei Stilarten: Capoeira Regional und die traditionelle Capoeira de Angola, die es heute fast nur noch in Bahia gibt.
Bei der Capoeira bilden Zuschauer und Teilnehmer einen Kreis, die Roda. Das Spiel wird von der Musik bestimmt. Wichtigstes Instrument ist hier das Berimbau, ein Musikbogen mit einer Kalebasse als Klangkörper. Der Klang dieses Instruments ist für die Capoeira wie das Klopfen des Herzens für den Menschen. Sobald es erklingt, erheben sich zwei Capoeiristas aus der Runde, um die erlernten Bewegungen im freien Spiel zu praktizieren, während die anderen singen, klatschen oder musizieren.
Mit zunehmendem Selbstbewusstsein der Afro-Brasilianer hat seit Mitte der 70er Jahre auch Capoeira an Bedeutung gewonnen. Längst haben Salvadors Capoeira-Schulen Ableger in den Vereinigten Staaten oder auch Deutschland bekommen. Die Zeiten, in denen Bahias berühmte Capoeira-Meister verarmt starben sind ebenso vorbei wie der Ruf der Capoeiristas, nichts anderes als Diebe, Gauner und Straßenräuber zu sein. In Brasilien steht Capoeira als Nationalsport in der Popularität heute gleichrangig neben dem Fußball.
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