100 Jahre Hagenbecks Tierpark - ein Elefantenbaby gratuliert!
Carl Hagenbeck, der Erfinder gitterloser Freianlagen für Tiergärten sorgte vor 100 Jahren für eine Sensation. Statt hinter dicken Stahlgittern und in Käfigen konnten die Besucher seines Zoos Löwen, Elefanten und viele andere wilde Tiere in einer scheinbar natürlichen Umgebung beobachten. Die Freigehege waren durch weitgehend unsichtbare Wasser- und Trockengräben vom Besucher abgetrennt.
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Carl Hagenbeck - Vater des modernen Zoos
So sah ein typisches Raubtierhaus in einem alten Zoo aus. Alles war zwar ordentlich und sicher aber ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Tiere angelegt.
Carl Hagenbeck wollte mit dem neuen Konzept zwei Mängel herkömmlicher Zoos beheben. Zum einen fand er Tiere, die traurig in ihren engen Käfigen sitzen sind nicht besonders attraktiv für die Zuschauer.
Zum anderen war ihm klar, dass auch die Tiere unter dieser Situation leiden und leicht krank werden. Um beide Probleme zu lösen, entwickelte er künstlich errichtete Anlagen unter freiem Himmel, die der natürlichen Lebensumgebung der jeweiligen Tierarten möglichst ähnlich sein sollten.
Das Afrika-Panorama in Hagenbecks Tierpark wirkt wie ein einziges Gehege. In Wahrheit aber trennen unsichtbare Gräben und Zäune Flamingos, Zebras, Löwen und Mähnenschafe
Die störenden Gitterstäbe ersetzte er durch Gräben und Zäune, die sowohl den Besucher vor den Tieren als auch verschiedene Tierarten voreinander schützen sollten. Schließlich sollten die Tiger sich nicht auf Zebrajagd machen.
Um den Blick auf die naturnahe Landschaft nicht zu beeinträchtigen wurden Gräben und Zäune durch Bepflanzungen geschickt verdeckt. Alles sollte so wirken, als befänden sich die Tiere in Freiheit.
Die ersten Besucher von Hagenbecks Zoo erschraken, als sie sich den gefährlichen Raubtieren scheinbar so ungeschützt gegenüber sahen. Aber Carl Hagenbeck hatte die Absperrgräben sorgfältig berechnet. Lange vor dem Bau des Zoos hatte er mit Hilfe von Versuchen ermittelt, wie weit Raubtiere springen können. Er hatte ihnen dazu Fleischstücke ganz oben an ihren Käfig gebunden um zu sehen, ob sie diese erreichen.
Die neue Anlage ermöglichte es dem Publikum nun auch, sich die natürliche Umwelt der Tiere z. B. in der afrikanischen Savanne genau vorstellen zu können. Hagenbecks Idee hat sich bis heute bewährt. Alle modernen Zoos gehen auf seine Idee zurück.
Und so sieht Hagenbecks Tierpark heute aus
Foto: Das Afrika-Panorama heute.
Die Panorama-Anlagen sind bis heute wichtige Teile des Tierparks. Insgesamt könnt ihr in dem 25 Hektar großen Zoo 1850 Tiere aus 210 Arten sehen. Schöne alte Bäume und Pflanzen aus allen Kontinenten säumen die Wege. Asiatische Bauwerke und Skulpturen sind eine weitere Besonderheit.
Foto: Elefanten-Gehege
Hagenbecks Tierpark ist der einzige gemeinnützige zoologische Garten Europas, der seit sechs Generationen in Familienbesitz ist und der nicht ständig Geld vom Staat bekommt um seine Ausgaben von täglich (!) 24.000 Euro zu bestreiten.
Erlebnis-Aquarium mit Tropenwelt
Pünktlich zum 100. Geburtstag eröffnet ein 7000 Quadratmeter großer Bereich auf drei Ebenen. Im Erlebnis-Aquarium seid ihr auf einer Ebene mit Haien, Muränen und lebenden Korallenriffen. Im Urwald tummeln sich Nil-Krokodile, Gift- und Würgeschlangen, Flughunde und allerhand exotische Pflanzen. Dann geht’s ins kühle Höhlen – Untergeschoss. Dort ist es feucht und dunkel, denn hier sind Fledermäuse, Höhlenfische aber auch Geißelspinnen und Skorpione beheimatet.
Jubiläums - Elefantenbaby
Passend zum Jubiläum wurde am 11. April 2007 das Elefantenbaby Shila geboren. Bei ihrer Geburt war die kleine Elefantendame 96 cm lang und zwischen 80 und 100 Kilogramm schwer. Herzlichen Glückwunsch zum Doppelgeburtstag!
Links Hier sind alle Veranstaltungen zum Jubiläum zusammengefasst.
Einen kleinen Film über Elefantenbaby Shila seht ihr hier.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise etc. findet ihr hier.
Text: lm – 30.04.07, Illustrationen: aus WAS IST WAS Band 110, Reiner Zieger, Fotos und Logos: Hagenbecks Tierpark; Elefant Shila: Uwe Wilkens; Panorama-Anlage: Götz Belik.
Gebt Gas mit WAS IST WAS Mehr oder weniger schnell von A nach B zu kommen, ist heute selbstverständlich. Unvorstellbar, als 30 Kilometer eine Tagesreise waren. Hier erfahrt ihr mehr über Landfahrzeuge.
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