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Henri Théodore Fontane: Deutscher Schriftsteller aus dem 19. Jahrhundert

Vor 190 Jahren ist der deutsche Schriftsteller, Journalist und Apotheker Henri Théodore Fontane in Neuruppin geboren. Bekannt wurde er durch seine realistischen Novellen und Gesellschaftsromane, wie seinem wohl bekanntesten Roman „Effi Briest“. Mehr über Fontane und sein literarisches Wirken erfahrt ihr hier:

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Als Sohn eines Apothekers kam Fontane am 30. Dezember 1819 in Neuruppin, einer Stadt zwischen Berlin und Rostock, zur Welt.
 

fontane_200_2Henri Théodore Fontane ist vor 190 Jahren geboren.

 
Fontanes Schulzeit war anfangs wenig erfolgsgeprägt: So besuchte er erst das Gymnasium und wechselte dann 1833 auf die Gewerbeschule Berlin. Auch diese Ausbildung brach er ab, um den Beruf des Apothekers zu erlernen und damit in die Fußstapfen seines Vaters zu treten.
 
 
Der Reiz des Schreibens besiegt die Pharmazie
 
Noch während seiner Lehrzeit verfasste Fontane seine erste Novelle „Geschwisterliebe“. Diese erschien 1839 im „Berliner Figaro“, einer satirischen Zeitung, in der sich die Schriftsteller zu Sachverhalten meist spöttisch oder in übertriebener Art und Weise äußerten. Es folgten Gedichte und weitere Veröffentlichungen, während Fontane weiterhin hauptberuflich Apotheker blieb. 1845 trat er dem Dichterverein „Tunnel über der Spree“ bei, der das literarische Leben Berlins rund 70 Jahre mitprägte.
 
fontane_200_3Das Bild des ruhigen Denkers täuscht: Fontane war Revolutionär.
 
Fontane war jedoch keineswegs ein ruhiger Dichter und Denker: Als Revolutionär kämpfte Fontane in den Barrikadenkämpfen. Die Revolution war ausgelöst durch die wirtschaftliche Lage und die daraus resultierende Arbeitslosigkeit in der Bevölkerung. Gleichzeitig richtete sie sich gegen die preußische Verfassung.
 
Trotz bestandenem Staatsexamen in Pharmazie war der Reiz des freien, revolutionären Journalisten für Fontane größer als der des Apothekers. 1849 beschloss Fontane den Beruf des Apothekers komplett aufzugeben und als freier Schriftsteller zu arbeiten. Doch seine damaligen Werke fanden nur wenige Fans.
 
 
Fontane, der Journalist und Schriftsteller
 
Durch die Hochzeit mit seiner Freundin Emilie Rouanet-Kummer fühlte sich Fontane in die Verantwortung gezogen. So nahm er 1850 schließlich eine feste Stelle als Pressereferent für den Preußischen Regierungsdienst an. Bereits 1844, während seiner einjährigen Militärzeit, hatte Fontane eine Reise nach England unternommen. Als Berichterstatter kehrte er 1852 dorthin zurück und leitete von 1855 bis 1859 die deutsch-englische Korrespondenz in London.
 
Zurück in Deutschland startete Fontane als Redakteur bei der Berliner "Kreuzzeitung". In seinen Berichten über Brandenburg verband der mittlerweile dreifache Vater Gegenwart, Geschichte, Volkskunde und Personen. Dann, während der Feldzüge der preußischen Armee, widmete sich Fontane der Kriegsberichtserstattung.
 
1870 wechselte Fontane zur „Vossischen Zeitung“. Dort kritisierte er bis zum Jahre 1889 Theaterstücke. Aber er widmete sich in dieser Zeit auch der Dichtung von Balladen. Tatsächliche Erfolgsromane schrieb Fontane erst in späteren Jahren. So erschienen beispielsweise seine bekanntesten, literarischen Werke, wie „Irrungen und Wirrungen“ (1888) oder „Effi Briest“ (1896), erst während seiner Zeit als Theaterkritiker und danach.
 
fontane_200_1Die Briefmarke aus der Briefmarkenserie "Männer aus der Geschichte Berlins" zeigt Fontane.
 
In „Irrungen und Wirrungen“ stellte Fontane die sozialen und erotischen Probleme des 19. Jahrhundert dar. In „Effi Briest“ thematisierte er die Ehe sowie den Ehebruch und seine verhängnisvollen Folgen anhand einer jungen Frau. Mit diesen Gesellschaftsromanen befreite Fontane den Roman aus seiner Starre: Sein Schreibstil, gespickt von Ironie und leiser Skepsis, trug zur Entwicklung des Romans bei. Ein leichter Ton und ein Verzicht auf Anklage prägten Fontanes Gesellschaftsromane ebenso wie ein scharfer Blick auf die gesellschaftliche und historische Situation.
 
Dr. phil. h.c. Fontane starb am 20. September 1898 in Berlin. Er hinterließ der Nachwelt ein großes literarisches Erbe. Sein wohl bekanntestes, mehrfach verfilmtes Werk „Effi Briest“ schrieb Literaturgeschichte. Zuletzt wurde es im Februar 2009 unter der Regie von Hermine Huntgeburth verfilmt.
 
 

 
 
Mehr über berühmte Dichter und Denker Deutschlands könnt ihr im WAS IST WAS Band 126 Deutschland nachlesen.
 
 
 
 


Text: Christine Spindler, 14.12.2009, Bilder: Fontane von theodorfontane.de/pd, Fontane Gemälde von Carl Breitbach von zeno.org/pd, Briefmarke aus Briefmarkenserie "Männer aus der Geschichte Berlins" von  der Deutschen Bundespost Berlin/pd

Bewertung: 4Bewertung: 4Bewertung: 4Bewertung: 4  ... 14.01.2010
Es gibt informativeres material!!!

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