Feldhockey hat eine sehr lange Tradition und gehört zu den Sportarten, in denen Deutschland seine größten Erfolge feiern konnte. Bereits zweimal waren die deutschen Herren Olympiasieger und wurden 2006 sogar Weltmeister im eigenen Land. Die Damen sind amtierender Europameister sowie Olympiasieger. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking ist Hockey-Deutschland wieder guter Hoffnung auf Medaillen.
- Anzeige -
Das Schema eines Hockeyfelds.
Das Spielfeld
Das Hockeyfeld ist 91,4 Meter lang und 55 Meter breit und durch Linien in vier Viertel unterteilt. Gespielt wird auf Kunstrasen, der eine ebene Oberfläche garantiert und wetterbeständig ist. An jedem Ende des Feldes steht je ein 2,14 Meter hohes und 3,66 Meter breites Tor. 6,40 Meter von der Mitte des Tores entfernt, befindet sich der Sieben-Meter-Punkt, von dem aus die Strafstöße geschossen werden. In einer Entfernung von 16,63 Meter markiert eine annähernd halbkreisförmige Linie um das Tor den Schusskreis. Im Abstand von 5 Metern von diesem Schusskreis ist noch ein gestrichelter Halbkreis eingezeichnet.
Ausrüstung beim Feldhockey
Der Ball besteht aus Kunststoff, ist meistens weiß und hat einen Durchmesser von bis zu 7,5 Zentimetern. Der Ball wird mit dem Hockeyschläger gespielt. Dieser Schläger ist aus Holz oder einer Kunststoffverbindung und sollte ungefähr bis zum Bauchnabel des Spielers reichen. Er hat die Form einer Keule und ist auf einer Seite flach, auf der anderen abgerundet. Der Schläger darf einen maximalen Durchmesser von 5,1 Zentimeter haben. Neben den Trikots (Damen tragen Röcke anstatt Hosen) muss jeder Spieler Schienbeinschützer und einen Mundschutz tragen. Dies soll ihn vor dem harten Ball und den Schlägern schützen.
Ein älterer Hockeyschläger aus Holz.
Der Torwart braucht beim Feldhockey größeren Schutz, da er die harten Schüsse abfangen muss. Zwar ist offiziell nur ein Kopfschutz vorgeschrieben, dennoch sollte man alle Körperteile schützen. Als Kopfschutz dient ein Helm mit Gitter (ähnlich wie beim Eishockey). Daneben gibt es Brust-, Arm- und Beinschutz mit eingezogenem Kunststoff sowie einen Genitalschutz.
Grundlagen des Spiels
Gespielt werden im Feldhockey zweimal 35 Minuten. Ziel des Spiels ist es, während dieser Zeit mehr Tore zu erzielen als der Gegner. Der Ball darf ausschließlich mit dem Schläger gespielt werden. Nur der Torwart darf ihn mit allen Körperteilen berühren und sogar kicken. Da der Schläger relativ kurz ist, bewegt sich der ballführende Spieler in leicht gebückter Haltung über das Spielfeld. Außerdem darf man den Ball nur mit der flachen Seite des Schlägers spielen. Tore zählen nur dann, wenn der Schuss innerhalb des Schusskreises abgegeben wurde. Oder aber, ein Spieler der angreifenden Mannschaft innerhalb des Kreises berührt den Ball, bevor er ins Tor geht.
Eine typische Spielsituation im Fledhockey.
Die Mannschaft
Eine Mannschaft besteht wie beim Fußball aus insgesamt elf Spielern: zehn Feldspieler und ein Torwart. Daneben darf man bis zu fünf Auswechselspieler einsetzen. Man kann beliebig oft und sogar während des laufenden Spiels wechseln. Einzig vor der sogenannten Strafecke sind Auswechslungen nicht erlaubt. Es gibt keine festen Positionen beim Feldhockey, nur der Torwart muss festgelegt sein, da er ja die meiste Schutzkleidung braucht. Allerdings gibt es innerhalb der Mannschaften meist eine Taktik, sodass es wie beim Fußball Verteidiger, Mittelfeldspieler und Stürmer gibt.
Regeln und Strafen
Generell ist Feldhockey eine kontaktlose Sportart. Man darf weder rempeln, noch mit dem Schläger den Gegner behindern. Man kann höchstens versuchen, dem Gegenspieler den Ball mit dem Schläger abzuluchsen. Da man den Ball nur mit dem Schläger spielen darf, wird jeder Kontakt mit einem anderen Körperteil sofort abgepfiffen. Sehr häufig wird natürlich der Fuß getroffen. Den Schläger selbst darf man nicht höher als die eigene Schulter halten, weil sonst andere Spieler getroffen und verletzt werden könnten.
Die Schiedsrichter können den Spielern die Grüne Karte zur Verwarnung, die Gelbe Karte für eine Zeitstrafe von 5 bis 20 Minuten und die Rote Karte für den Feldverweis zeigen. Nach drei Grünen Karten für eine Mannschaft wird nur noch die Gelbe Karte gezeigt. Zwei Gelbe Karten bedeuten wie im Fußball den Platzverweis. Außerdem gibt es bei absichtlichen Regelverstößen im Schusskreis Siebenmeter. Bei unabsichtlichen Regelverstößen im Schusskreis oder bei schweren Vergehen im eigenen Viertel gibt es Strafecke. Daneben werden Freistöße bei kleineren Vergehen im Rest des Feldes ausgesprochen. Die lange Ecke erfolgt, nachdem ein Verteidiger den Ball über die eigene Torauslinie gebracht hat.
Die Verteidigung in Erwartung einer Strafecke.
Die Strafecke
Kommt es wegen eines Regelverstoßes zur Strafecke, ist für die Verteidigung höchste Alarmbereitschaft geboten. Fast die Hälfte aller Tore eines Spiels fallen nach Strafecken. Zu Beginn der Strafecke stellen sich vier Verteidiger sowie der Torwart hinter die Torauslinie neben oder ins Tor. Der Rest des Teams muss zurück hinter die Mittellinie. Der „Reingeber“ der Angreifer hat den Ball an der Torausline, dort wo die Strafecke ausgeführt wird.
Ist der Ball freigegeben, spielt er den Ball in die Mitte. Die Angreifer müssen den Ball außerhalb des Schusskreises annehmen. Sobald das Abspiel erfolgt ist, dürfen auch die Verteidiger wieder in den Kreis. Entweder kommt nun ein weiterer Pass oder die Angreifer schießen aufs Tor. Allerdings darf ein Schuss nach einer Strafecke nicht höher als 45 Zentimeter steigen. Das ist so hoch, wie der Kastenaufbau im Hockeytor. Meist ist schwierig zu sagen, ob der Schuss nun regelwidrig war oder nicht. Durch die Technik des Schlenzens kann sich der Ball nämlich noch im letzten Moment senken.
Deutschland in Peking
Die deutschen Mannschaften können mit hohen Erwartungen in die Feldhockey-Turniere in Peking gehen. Die Herren kommen als Weltmeister zu Olympia, da sie 2006 die WM in Mönchengladbach gewannen. Die Damen werden versuchen ihren Olympiatitel aus Athen 2004 zu verteidigen. Die Herren haben in ihrer Gruppe Spanien und Neuseeland und die Frauen treten unter anderem gegen Argentinien und Großbritannien an. Bleibt abzuwarten, ob die deutschen Hockeyspieler und-spielerinnen weitere Erfolge in Form von Medaillen einfahren können.
Bewertung insgesamt:
Zeige Kommentar(e) 1 bis 2 von 2