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Richard Erskine Leakey stammt aus einer weltweit bekannten Anthropologenfamilie. Seine Eltern waren das Anthropologenpaar Louis und Mary Leakey. Sein älterer Bruder Jonathan (1940 geboren) fand im Oktober 1960 fossile Überreste eines 10-jährigen Kindes einer neuen Urmenschen-Art, die später von seinem Vater auf den Namen "Homo habilis" (Fähiger Mensch), getauft wurde. Louis Leakey hat durch seine Funde maßgeblich dazu beigetragen, die Annahme Darwins zu untermauern, dass die Menschheit aus Afrika stammt.
Die Altsteinzeit ist die älteste und längste Periode der Menschheitsgeschichte. Sie begann vor rund 2,5 Millionen Jahren mit den ersten genormten Steingeräten und ging vor 12.000 Jahren mit der Eiszeit zu Ende. Die von Jonathan Leakey in Ostafrika entdeckten Spuren des "Homo habilis" stammen aus einer Zeit vor 2,5 Millionen Jahren. Vor etwa 1,8 Millionen Jahren entwickelte sich der "Homo erectus", der aufrechtgehende Mensch, der sich von Afrika bis nach Europa ausbreitete. Er lernte mit der Kälte umzugehen und blieb schließlich auch während der Kaltzeiten in Mitteleuropa. Der älteste Menschenfund aus Deutschland ist rund 500.000 Jahre alt. Dieser "Homo heidelbergensis" gilt als Vorfahre des Neandertalers. Zur gleichen Zeit entwickelte sich in Afrika der "Homo sapiens" unser direkter Vorfahre.
Richard Leakey setzte das Lebenswerk seiner Eltern fort. 1967 entdeckte er die bedeutende Fundstelle Koobi-Fora am Turkana-See im afrikanischen Staat Kenia. Neben vielen weiteren fossilen Funden legte er dort erstmals einen rund zwei Millionen Jahre alten vollständig erhaltenen Schädel eines "Homo habilis" frei. Allerdings wurden zu wenige Überreste gefunden, deshalb steht eine gesicherte Rekonstruktion des Körpers nach wie vor aus.
Aufsehen erregte Richard Leakey 1984, als er gemeinsam mit US-Wissenschaftlern ein nahezu komplettes Skelett eines rund 1,6 Millionen Jahren alten "Homo erectus" entdeckte. Schon vorher hatte es Fossilienfunde dieser Urmenschen gegeben, vor allem in Asien. In Afrika hatte man erst in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts danach zu suchen begonnen. Vorher dachten viele Wissenschaftler, der Mensch hätte sich in Asien entwickelt, obwohl schon Charles Darwin die Wiege der Menschheit in Afrika vermutet hatte.
Mehr über die Eiszeiten, die Tiere der Eiszeiten und die urzeitlichen Menschen erfährst du in: WAS IST WAS 9 "Der Urmensch",
WAS IST WAS 65 "Eiszeiten"
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