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Erste Funkwellen zwischen Europa und Amerika

Der 12. Dezember 1901 ist ein historischer Tag in der Geschichte der menschlichen Kommunikationstechnik. Guglielmo Marconi schaffte es als erster Wissenschaftler, Funksignale über den Nordatlantik zu senden. Damals eine Sensation!

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Angefangen hatte alles zu Hause im stillen Kämmerlein. Der Italiener war nämlich der geborene Tüftler und probierte ständig neue Experimente aus. Mit Erfolg – schon im Alter von 20 Jahren schickte er Funkwellen quer durch den Raum und brachte damit eine elektrische Klingel zum Läuten. Fünf Jahre später, 1899, glückte ihm sogar eine drahtlose Nachrichtenverbindung über den Ärmelkanal.
 
Experiment galt als unwahrscheinlich
 
Noch eine Nummer größer war natürlich das Vorhaben, über den Nordatlantik zu telegrafieren. Das hielten viele Fachleute bis dahin für nahezu unmöglich. Man glaubte nämlich fälschlicherweise, dass sich Funkwellen ähnlich wie Licht ausbreiten. Demzufolge, so die gängige Meinung, sei es wegen der Erdkrümmung kaum möglich, Signale jenseits des Horizonts zu empfangen. Keiner konnte damals ahnen, dass sich Radiowellen geradlinig ausbreiten und über eine Luftschicht zur Erde reflektiert werden. Auch Marconi nicht.
 
Marconi lässt sich nicht abschrecken
 
Trotzdem ließ es der Italiener auf einen Versuch ankommen. Mit langen Drahtantennen und immer besseren Funksendern und Empfängern gelang es ihm schließlich, seine Reichweite auf 300 Kilometer auszudehnen. Doch würde es wirklich gelingen, Funkwellen bis zum amerikanischen Kontinent zu schicken?
 
Von England nach Neufundland
 
Marconi errichtete für sein Experiment an der englischen Westküste einen riesigen Funksender mit 70 Meter hohen Antennenmasten. Um zu überprüfen, ob die ausgesandten Signale tatsächlich die gewünschte Distanz überbrücken konnten, fuhr er selbst nach Neufundland in Kanada. Dort ließ er einen Drachen hundert Meter hoch steigen, an dem ein mit einem Empfänger ausgestatteter Antennendraht befestigt war. Und tatsächlich – die Nachrichten der Sendestation trafen ein.
 
Nobelpreis folgte 1909
 
Der italienische Ingenieur und Wissenschaftler hatte eine Pioniertat geleistet. Schon im folgenden Jahr begann der regelmäßige Telegrafieverkehr zwischen Europa und Amerika. Damit waren beide Kontinente wieder ein Stückchen näher zusammengerückt. Marconi gilt heute, gemeinsam mit Karl Ferdinand Braun, als Erfinder des Rundfunkzeitalters. Noch zu Lebzeiten erfuhren beide eine hohe Auszeichnung. 1909 wurde ihnen für ihre Forschungen der Physik-Nobelpreis verliehen.
 
Nic – 12.12. 2001

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