Wissen ist Macht - der erste Arbeiterbildungsverein
Vor 145 Jahren, am 19. Februar 1861 wurde in Leipzig der erste deutsche Arbeiterbildungsverein gegründet. Unsere heutigen Volkshochschulen haben ihre Wurzeln in diesen frühen Bildungseinrichtungen. Von Anfang an mit dabei war August Bebel, später ein führender Sozialdemokrat.
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Bildung ist der Schlüssel – Wissen ist Macht
Die ersten Arbeiterbildungsvereine kamen um 1860 herum auf. Diese Vereine waren nötig, weil die öffentlich zugänglichen Schulen keine gute Ausbildung boten. In den Vereinen wurden ganz grundlegende Dinge gelehrt. Am wichtigsten waren Rechnen, Schreiben und Lesen. Denn die Schulpflicht betrug damals nur wenige Jahre, zu kurz, um den Schülern in überfüllten Klassen diese Kulturtechniken ordentlich zu lehren.
Auch weiterführende Angebote wurden gemacht. Mehr und mehr Maschinen wurden im Arbeitsleben eingesetzt, so dass auch eine technische Fortbildung immer wichtiger wurde. Für Interessierte wurden auch Einführungen in die Naturwissenschaften gegeben. Auch geschichtliche und politische Bildung wurde vermittelt. Denn den Gründern der ersten Arbeiterbildungsvereine war es wichtig, dass die bislang benachteiligten Arbeiter lernten, wie die Gesellschaft funktionierte.
Die Arbeitervereine wollten den Menschen aber auch soziale Fähigkeiten vermitteln. Zu Zeiten der ersten Arbeitervereine hieß das noch „sittliche Bildung“. Darunter verstand man Dinge wie Turnen, Singen, aber auch Hygiene.
August Bebel und die SPD
Eine Person sollte für die Arbeiterbewegung besonders wichtig werden – August Bebel.
Eigentlich hieß er Ferdinand August Bebel und wurde am 22. Februar 1840 in Köln geboren. Mit 14 Jahren begann er eine Ausbildung zum Drechslergesellen, die mit dem Tod seines Meisters im Jahr 1857 endete. Nach drei Wanderjahren kam er nach Leipzig.
Dort folgte er einer Einladung zur Gründung eines Bildungsvereins. Er schloss sich dem Verein an, zunächst aber nur der Gesangsabteilung. Schließlich gehörte auch „sittliche Bildung“ zu den Aufgaben eines Arbeitervereins.
Aber bald nahm er auch an politischen Debatten teil und lernte in dem Verein das Reden und Argumentieren. Schließlich gründete er zusammen mit Wilhelm Liebknecht die Sächsische Volkspartei und die Sozialdemokratische Arbeiterpartei.
Weil er sich als Politiker für eine Friedenspolitik mit Frankreich einsetzte, wurde er zu mehrjähriger Haft verurteilt. Aber er nutzte die Zeit hinter Gittern, um sich selbst weiterzubilden. Er nannte diese Zeit als „Haftuniversität“.
In den kommenden Jahren erhielt er immer wieder kurze Haftstrafen wegen seiner politischen Betätigung. Nach 1900 wurde er zum Vorsitzenden der SPD und war bis 1913 Mitglied des Reichstages. August Bebel starb auf einem Kuraufenthalt am 13. August 1913 in Passugg in der Schweiz. Noch heute erinnern viele Straßennamen und Veranstaltungshäuser an den Kämpfer für soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung.
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